Aktienprognosen
Banken sagen für 2010 ein Bullenjahr voraus

Die Kursrally seit März hat bei den Anlegern den Appetit auf mehr geweckt. Sollten die Aktienexperten der internationalen Banken Recht behalten, winken 2010 tatsächlich weitere Gewinne. Analysten und Fondsmanager sagen fast durch die Bank weitere Kursanstiege voraus. An Risiken, die das Szenario der Bullen stören können, mangelt es aber nicht.
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DÜSSELDORF. Den Aktienmärkten geht kurz vor dem Gipfel die Puste aus. Zwar haben sich die Börsen schnell vom "Dubai-Schock" erholt. Doch für den Sprung auf neue Höchststände fehlt den Indizes aktuell die Kraft. Der Dax ringt seit Wochen vergeblich mit seinem Jahreshoch bei 5 888 Punkten, der Euro-Stoxx 50 ist mit dem Angriff auf die Marke von 3 000 Punkten vorerst gescheitert. Und auch an den US-Börsen treten Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 auf der Stelle.

Nach Meinung der meisten Aktienexperten wird die Rally, die den wichtigen Indizes seit März ein Plus von mehr als 50 Prozent beschert hat, aber schon bald wieder aufgenommen werden. Eine "Jahresendrally" ist für viele Aktienstrategen und Fondsmanager nach wie vor ein realistisches Szenario. Und für 2010 zeigen sich die Banken auch überwiegend optimistisch: "Die Märkte werden ihre Gewinne im nächsten Jahr ausbauen", heißt es etwa bei JP Morgan. Die Analysten der Bank sehen für Aktien 2010 ein Aufwärtspotenzial von 20 Prozent. Als Begründung nennen sie die Rückkehr zu überdurchschnittlichen Wachstumsraten in vielen Regionen, mögliche positive Überraschungen von den Arbeitsmärkten sowie eine "attraktive Bewertung von Aktien im Vergleich zu anderen Anlageklassen".

Die gleichen Argumente für steigende Kurse ziehen sich durch fast alle Börsenausblicke der globalen Bankhäuser für 2010. Einen "Übergang von Hoffnung zu Wachstum" erwartet Goldman Sachs und prognostiziert für den marktbreiten europäischen Index Stoxx 600 einen Anstieg um 25 Prozent. Gary Clarke, Leiter Aktien Europa bei der Fondsgesellschaft Schroders sieht europäische Unternehmen "gut aufgestellt, um in 2010 wachsende Gewinne zu erzielen". Und bei Union Investment sagt man für das kommende Jahr einen "Übergang zum selbsttragenden Wirtschaftsaufschwung" voraus.

Das Zahlenmaterial, mit dem die Banken ihre Prognosen untermauern, lesen sich tatsächlich viel versprechend: So sagt Goldman Sachs für die Unternehmen im Stoxx 600 ein Gewinnwachstum von 38 Prozent im kommenden Jahr und weiteren 28 Prozent, die Experten von JP Morgan halten in den nächsten zwei Jahren einen Anstieg von 40 bis 50 Prozent für "erreichbar". Die Angaben für die Kurs-Gewinn-Verhältnisse für europäische Aktien schwanken je nach Vergleichsindex und Annahmen der Banken zwischen 11 und 11,5 auf Basis der für 2010 erwarteten Gewinne und 9 bis 9,5 für 2011. Im Vergleich zum Frühjahr sind Aktien damit zwar nicht mehr günstig, im historischen Vergleich aber auch noch lange nicht teuer.

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