Aktienrally Das große Finale

Der Aufschwung an der Börse steht auf wackeligem Fundament. Doch manche Profis raten zum Aktienkauf - selbst wenn die Kurse zwischendurch fallen sollten. Vor allem lange vernachlässigte Aktien bieten jetzt eine Chance.
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Die Profis erwarten eine Jahresendrally und raten zum Aktienkauf. Quelle: dapd

Die Profis erwarten eine Jahresendrally und raten zum Aktienkauf.

(Foto: dapd)

FrankfurtKaum einen Monat fürchten Anleger so sehr wie den September. Bestenfalls noch den Mai. Im September ging schon Lehman Brothers pleite, es gab die verheerenden Anschläge von New York und Washington und als Folge die größten Verluste überhaupt in einem Monat.

Doch jetzt hat der Krisenmonat seinen Schrecken von früher verloren. Der September 2012 präsentierte sich ausgesprochen guter Börsenmonat. "Die ersten möglichen Stolpersteine für die Aktienmärkte haben sich in positive Auslöser verwandelt", sagt Philipp Bärtschi, Chefstratege bei der Schweizer Bank Sarrasin mit erstaunlicher Gelassenheit. Der auch von seinem Haus erwartete "heiße Herbst" war bisher erstaunlich milde. Die weitere Geldflut der Notenbanken sowie die damit einhergehende neue Gelassenheit im Umgang mit der Euro-Krise sind die wesentlichen Elemente. Grund deshalb zu fragen, wie es mit den Börsen nach Auffassung der Experten bis zum Jahresende weitergeht.

Geht der Blick erneut zurück in die Historie, dann fällt schnell auf, dass das nun bald beginnende vierte Quartal den Anlegern oft sehr viel Gutes beschert hat. Das könnte auch diesmal so sein, wenn auch ein gerader Strich nach oben nicht zu erwarten ist. "Die Gefahr einer deutlichen Börsenkorrektur besteht", behauptet beispielsweise jetzt erst recht Guy Wagner von der Banque de Luxembourg. Einzig von den Staatsanleihen-Rückkaufen der Europäischen Zentralbank profitieren die Börsen seiner Ansicht nach im Moment.

40 Prozent der Vermögensverwalter, welche die DAB Bank monatlich im Rahmen des Profi-Börsentrends befragt, rechnen im Oktober mit sinkenden Aktienkursen. Ebenfalls 40 Prozent gehen von stagnierenden Märkten aus, während nur 20 Prozent steigende Aktienindizes erwarten.

Zur Minderheit der Optimisten zählt Michael Dutz von der Chemnitzer Adlatus Aktiengesellschaft: "Wir haben zurzeit ein Traumszenario für Aktieninvestitionen - ausgelöst durch die Rekordliquiditätsbereitstellung seitens der Zentralbanken und der historisch niedrigen Zinssätze auf der einen sowie sehr attraktiven Dividendenrenditen und einer billigen Bewertung von Aktien auf der anderen Seite. Kleine Impulse zur Weiterentwicklung der Weltwirtschaft und kleine Hoffnungsschimmer zur Verbesserung der Lage in der der Eurozone reichen derzeit aus, um für Kursgewinne zu sorgen. Deshalb prognostizieren wir, dass der Dax auf Jahresfrist die 10.000-Punkte-Marke überschreiten wird."

Ähnlich urteilt auch Peter Huber, Geschäftsführer beim Vermögensverwalter Starcapital in Oberursel. Er sieht zwar längst nicht alles rosig, erkennt aber gleichzeitig die mittlerweile sprichwörtliche Alternativlosigkeit zur Aktie. Dass sich viele Anleger entgegen allen Ratschlägen seit längerem für vermeintlich sichere Anlagen wie Immobilien und Gold, Schweizer Franken und US-Dollar entscheiden, aber auch in Bundesanleihen und US-Bonds flüchten, liegt seiner Ansicht nach an einem einzigen Grund: Angst um die Zukunft und damit um das Vermögen. "Aktien bleiben bei diesen Überlegungen aber außen vor, denn seit der Jahrtausendwende gelten sie als Hochrisiko-Papiere, an denen man sich nicht noch einmal die Finger verbrennen will", sagt Huber.

Aktien haben noch immer den Ruf als Hochrisiko-Papiere
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20 Kommentare zu "Aktienrally: Das große Finale"

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  • Sie müssen schon richtig lesen lernen. Ich schrieb von "langfristig". Und das fängt bei 15-20 Jahren an.
    Auch ich will ihnen überhaupt nicht ihre Edelmetalle madig machen (denn ich hab schließlich ja auch ca. 10% als Beimischung im Portfolio). Aber da Edelmetalle eben keine Dividenden haben, muss man bei Bedarf liquidieren. Bei Aktieninvestments hingegen kann man den Lebensunterhalt aus den Dividenden heraus finanzieren.

  • Aus 1000 Euro invstiert in den deutschen Aktienindex DAX wurden nach 10 Jahren 1.888,- Euro
    +88,8% (ohne Dividende)

    Aus 1000 Euro investiert in Gold wurden nach 10 Jahren 4142,- Euro +414%

    Silber 5.275,-Euro

    Ich will Ihnen nicht Ihre Aktien madig machen, habe selber Qualitätsaktien.
    Edelmetalle sind für mich allerdings mehr als nur eine Beimischung sondern eben Sachwerte und ein lohnendes Investment.

  • PS: Meine Familie und ich haben vor über 40 Jahren angefangen in deutsche Qualitäts-Aktien (BASF, VW etc.) unser Geld zu investieren. Heute kann man bequem alleine von den Dividenden leben. Kursgewinne braucht man nicht mehr unbedingt.
    Aber schließlich muss jeder selber wissen, was er oder sie mit seinem Geld macht.....

  • Wieso "ärgern? Mit Aktien (inkl. Dividenden) verdient man langfristig weit besser als mit Edelmetallen.

  • Das stimmt natürlich auch.

  • Jede Rendite und jeder Zins ist ohne irgendeine leistung "gewonnen". Dafür muss irgendein Idiot real schuften, ohne entsprechenden Lohn zu bekommen. Nullsummenspiel also. Für mich sind alle Renditen und Zinsempfänger die wahren Sozialschmarotzer.

  • Klar, wenn Sie die richtigen Aktien im Depot haben dürfen Sie sich freuen. Die Rede ist hier von Durchschnittswerten und Durchschnittsentwicklungen am Aktienmarkt nicht von speziellen Aktien.
    Es gibt Aktien wie Sand am Meer aber nur ein Edelmetall, das Gold heißt und diejenigen die vor zehn Jahren Gold als ein exotisches Investment angesehen haben, wurden eben eines besseren belehrt.
    (Was sie natürlich heute verständlicherweise ärgert.)LOL

  • +++ Beitrag von der Redaktion gelöscht +++

    Bitte achten Sie auf unsere Netiquette:
    „Nicht persönlich werden“
    http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Ps: Nur einen OS würde ich eben auch nicht gerade als einen realen Wert betrachten.

  • So machen das aber leider Menschen mit einem beschränkten Horizont.
    Und davon finden sie hier Handelsblatt (leider) sehr viele.

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