Allan Conway im Interview
„China wird zur treibenden Kraft“

Die Welt steht vor einem Wandel. Während der Westen zurückfällt, sind die Schwellenländer auf dem Vormarsch, sagt Allan Conway, Chefstratege der Fondsgesellschaft Schroders. Im Interview erklärt der Brite, auf welche Länder Anleger jetzt schauen sollten.

Handelsblatt: Mr. Conway, an den Börsen geht es aufwärts. Die Wirtschaft erholt sich langsam. Haben wir das Gröbste hinter uns?

Allan Conway: Die Aussichten haben sich deutlich gebessert. Die jüngsten Zahlen belegen, dass sich das Bankensystem stabilisiert hat und eine längere Phase der Deflation ausbleibt. Der Aufschwung scheint nahe. Wir glauben, dass dieser Anfang 2010 einsetzt, wenn auch schleppend.

Die Regierungen haben immense Summen in den Wirschaftskreislauf gepumpt, um die Märkte zu stützen. Ist das der richtige Weg?

Es geht nicht so sehr darum, die Märkte zu stützen, sondern zu verhindern, dass die Wirtschaft in eine tiefe Rezession oder Depression fällt. Das haben die Regierungen durch ihre schnelle Reaktion anscheinend geschafft. Mit Hilfe der Konjunkturprogramme und fiskalischen Maßnahmen ist eine noch schlimmere Weltwirtschaftskrise verhindert worden.

Aber eines Tages laufen die Konjunkturprogramme aus. Was dann?

Dann besteht die Gefahr, dass die Inflationsraten rasch ansteigen. Ob es der Politik gelingt, dies abzuwenden, muss man abwarten.

Ein weiteres Problem droht auf dem Arbeitsmarkt. Ökonomen rechnen damit, dass die Zahl der Arbeitslosen deutlich steigen wird. Kann das den Aufschwung bremsen?

Das wird vor allem ein Problem in den Industrieländern. Die steigende Arbeitslosigkeit dürfte hier den Konsum schwächen und die Erholung der Wirtschaft verzögern. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass die Menschen weniger konsumieren und mehr stattdessen sparen. Ganz anders sieht es in den Schwellenländern aus. Die Schwellenländer sind relativ unbeschadet durch die Krise gekommen. Die fundamentale Basis ist viel stärker als in den entwickelten Ländern. Hier wird weniger gespart und mehr ausgegeben.

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