Allianz
Lieber Windräder als Staatsanleihen

Die Versicherer stecken Kundengelder immer häufiger in alternative Energien. Hier wollen sie die Renditen erzielen, die mit Anleihen nicht mehr drin sind. Die Allianz versorgt daher bereits eine Großstadt mit Strom.
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DüsseldorfWegen der niedrigen Zinsen suchen die Versicherer verzweifelt nach rentablen Geldanlagen. Immer häufiger stecken sie die Prämien ihrer Kunden daher nun neue Energieformen, wie Wind und Sonne. Gerade erst hat Europas größter Versicherer, die Allianz, drei weitere Windparks in Deutschland und Frankreich gekauft. Für einen hohen zweistelligen Millionenbetrag erwarb das Unternehmen eine Windkraftanlage in der Lüneburger Heide und zwei Anlagen im zentralfranzösischen Département Cher. 

„Wir gehen davon aus, dass die Nachfrage nach Wind- und Solarenergie auch künftig kontinuierlich steigen wird und werden unsere Investitionen in diesem Wachstumsmarkt weiter ausbauen“, sagte der Geschäftsführer der Allianz Specialised Investments, David Jones, in München. Europas größter Versicherungskonzern hat damit bereits mehr als 1,3 Milliarden Euro in Windkraft- und Solaranlagen investiert. Die Anlagestrategen erhoffen sich von solchen Investitionen eine Rendite von sieben bis acht Prozent.

Erst Anfang 2011 haben die Allianz-Investitionen in Wind- und Solarenergie die Marke von einer Milliarde Euro übertroffen. Die Allianz verfügt nun allein über 34 Windparks und außerdem sieben Solarparks. Gemeinsam produzieren diese Anlagen Energie für mehr als 350.000 europäische Haushalte. 

Die Versicherer gehören zu den größten institutionellen Investoren in Deutschland. Sie verwalten 1,3 Billionen Euro an Kundengeldern, die sie an den Märkten anlegen. Die Anlageprofis haben keine leichte Aufgabe: Die Rendite muss gut sein, damit etwa den Lebensversicherungskunden attraktive Zinsen gezahlt werden können, zugleich muss aber das Risiko möglichst gering sein. Um das zu erreichen, setzt die Branche vor allem auf Diversifizierung. Von Pfandbriefen über Aktien bis hin zu Immobilien ist alles im Portfolio vorhanden. Bisher läuft das Geschäft noch ordentlich, 2011 haben die Lebensversicherer wohl eine Nettoverzinsung von über vier Prozent erzielt. 

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Versicherer setzen auf Wind und Sonne

Kommentare zu " Allianz: Lieber Windräder als Staatsanleihen"

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  • Staatsanleihen scheinen nach dem Desaster in Griechenland nicht mehr in gleiche Risikoklasse wie früher zu passen.

    Hoffnung auf Besserung ist nicht in Sicht.

    Hier ein netter Beitrag zum Verständnis:
    http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/oekonomen-vs-merkel-hilfspakete-werden-den-euro-nicht-retten/v_detail_tab_comments,6439984.html?ajaxelementid=%23mailAuthView&pageNumber=0

  • Mit Windkraft verdient nur leider keiner Geld. Wer mit Vollkosten rechnet merkt, dass hier nur Verluste zu machen sind.
    8% Pro Jahr bekommt man...ja nur erhält man nachher nichts mehr zurück und muss zwischenzeitlich wieder Geld reinstecken.
    Schön dumm!

  • Ökoreligiösen kann man auch wirklich alles erzählen ... Ihr Glaube an ihren Ökogott läßt sie Fakten und Wissen ignorieren, die nicht zu ihrem einfachen Weltbild passen.

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