Alphabet zieht an Apple vorbei
Die neue Rangordnung an den Weltbörsen

Ein Blick auf die größten 100 Konzerne zeigt: Die ehemals belächelten Aufsteiger aus der New Economy dominieren die Börse wie noch nie. Für die deutschen Konzerne bleiben Trostpreise, auf Platz eins thront jetzt Google.
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DüsseldorfKurz vor der Jahrtausendwende wurde ein neues Duell für Anleger kreiert: „New Economy gegen Old Economy“. Diese neue Ökonomie steht für eine Wirtschaftsweise, die auf internetbasierten Diensten ausgerichtet ist. Auf der anderen Seite stehen die traditionellen Unternehmen, der Chemie, Maschinenbau, Automobilindustrie, Elektrotechnik, Nahrungsmittel, Stahl oder Luftfahrt zugerechnet werden.

Mit dem Platzen der Dotcom-Blase im Jahr 2001 schien klar zu sein, wer dieses Duell gewonnen hat: Die Old Economy. Viele Internet-Unternehmen gingen pleite. Doch 15 Jahre später hat sich das Bild komplett geändert. Von den überlebenden Firmen strahlen einige so stark wie nie zuvor. Denn ein Blick auf die 100 größten börsennotierten Konzerne nach Marktkapitalisierung zeigt: Mit der Google-Mutter Alphabet, Apple , Microsoft und Facebook stammen die vier größten aus der New Economy.

Und mit der Börseneröffnung in den USA am heutigen Dienstag ist Alphabet zur wertvollsten Firma der Aktienwelt aufgestiegen. Die Alphabet-Aktien legten zum Handelsauftakt an der Wall Street um drei Prozent zu, was den Börsenwert des Internetriesen auf 538 Milliarden Dollar trieb – umgerechnet also etwa 491 Milliarden Euro.

Die Marktkapitalisierung von ungefähr 485 Milliarden Euro des bisherigen Börsen-Champions Apple wurde damit übertroffen. Der Grund: Alphabet hatte die Börsianer positiv mit seinen Quartalszahlen überrascht. Von Oktober bis Dezember stieg der Überschuss im Jahresvergleich von 4,68 auf 4,92 Milliarden Dollar (4,52 Milliarden Euro), wie die Google-Holding nach US-Börsenschluss mitteilte. Der Umsatz legte um 18 Prozent auf 21,33 Milliarden Dollar zu.

Die Prognosen der Analysten wurden damit übertroffen. „Erstmals sei damit ein Konzern der teuerste der Welt, der keine haptischen Produkte herstellt“, sagt Experte Daniel Saurenz von Feingold Research. Erst hinter den vier IT- beziehungsweise Internetriesen liegen traditionelle Unternehmen.

Auf Platz fünf notiert Berkshire Hathaway, das Beteiligungsunternehmen von Warren Buffett (292 Milliarden Euro), gefolgt vom Ölkonzern Exxon Mobil (291 Milliarden Euro), dem Pharmariesen Johnson & Johnson (265 Milliarden Euro), Onlinehändler Amazon (248 Milliarden Euro), Mischkonzern General Electric (248 Milliarden Euro) und die Bank Wells Fargo (234 Milliarden).

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Dramatischer Wandel im Handel

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  • Aus dem Artikel: "Das beweist: Amerikas Konzerne dominieren die Weltwirtschaft. Mehr als die Hälfte der Top-100-Unternehmen sind in den USA beheimatet, rund ein Viertel in den USA."

    Bitte berichtigen.

  • Diese Firmen verfügen kaum über physische Werte. Das ist reines Luftgeld.

  • Mir fehlt bei dem Artikel ein wenig die Suche bei den Schwächen der "New Economy", obwohl man an diesen kaum vorbeikommt. Microsoft ist hier ein schönes Beispiel: Der Laden dümpelt, in den 90ern gab es noch wilde Schlachten, als Big Blue mit OS/2 gegen Windows angetreten ist, aber Microsoft war nicht beizukommen. Dann plötzlich spielte das später gar keine Rolle mehr, aus Linux wurde Android und aus einem Spezial-Nerd-Thema wurde ein Riesenhype. Man sollte auch daraus lernen, dass wenn es eine New-Economy gibt, sich dort die Geschäftsmodelle auch sehr schnell ändern. Also Bewertungen mit einem KGV von mehreren 100 Jahren sind nicht wirklich nachhaltig. AOL hat es noch geschafft sich Time Warner rechtzeitig zu schnappen.

    Aber mal ehrlich, genau so wie wir heute über die Mode der 80er lachen, werden sich die Leute in 20 Jahren fragen, wie man auf die blöde Idee kommt, irgendwelche Photos von sich oder seinem Essen, der ganzen Welt auf einem sozialen Netzwerk mitzuteilen. Facebook hat es geschafft sich als Monopolist durchzusetzen, aber es wird auch da landen wo StudiVZ heute schon ist, wenn die Mode vorbei ist. Wenn die Jungs schlau sind, kaufen sich die Firmen also am Besten jetzt in der Old-Economy ein....

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