Alternative Vermögensformen
Investoren planen Ausbau ihrer alternativen Anlagen

Europäische institutionelle Investoren wollen ihre Anlagen in alternative Vermögensformen in den kommenden zwei bis vier Jahren um mehr als 100 Mrd. Euro aufstocken. Das ist das zentrale Ergebnis einer Befragung von JP Morgan Asset Management. Einbezogen waren 352 Adressen mit einem verwalteten Vermögen von 1,9 Bill. Euro.

FRANKFURT. Gegenüber einer vier Jahre alten Vergleichsstudie stieg die Quote jener Investoren, die in Hedge-Fonds investiert sind, von 22 auf 42 Prozent. Der durchschnittliche Anteil in den Portfolios erhöhte sich von drei auf fünf Prozent. Der Anteil der Investoren mit Engagements in Immobilien und Private Equity stieg dagegen langsamer von 70 auf 74 bzw. von 48 auf 51 Prozent.

„Der Appetit auf Alternativinvestments ist in Deutschland und Österreich im Vergleich der einzelnen Länder am stärksten gestiegen“, sagt Karin Franceries, Mitautorin der Studie. Bei Hedge-Fonds beispielsweise wollen im gesamteuropäischen Schnitt 63 Prozent der hier bereits engagierten Befragten ihre Engagements aufstocken, in Deutschland und Österreich 93 Prozent. Allerdings, sagt die JP Morgan-Analystin, seien in der Umfrage insbesondere die großen Adressen einbezogen gewesen, die auf diesem Feld grundsätzlich mehr Möglichkeiten besitzen würden als kleinere Investoren.

Im deutschsprachigen Raum erreichen die Durchschnittsquoten bei Immobilien jetzt acht Prozent und sollen in den kommenden Jahren auf elf Prozent steigen. Die Pläne für Hedge-Fonds sehen eine Steigerung von 4,6 auf sieben Prozent vor, bei Private Equity und Infrastruktur von 1,2 auf 3,6 bzw. von ein auf drei Prozent.

Die Befragung wurde in den Monaten Mai bis Juli durchgeführt, demnach vor der Eskalation der US-Finanzkrise. „Die Turbulenzen werden den Trend zu Alternativinvestments nicht brechen, aber einige Hedge-Fonds-Strategien waren schwer unter Druck“, sagt Uwe Rieken, Geschäftsführer von Faros Consulting. Gottfried Hörich, Leiter des deutschen institutionellen Vertriebes bei JP Morgan Asset Management, sieht außerdem „die größeren Private-Equity-Deals durch höhere Finanzierungskosten belastet“.

Insgesamt ist das Bild jedoch differenziert. So unterstreicht der Faros-Mann, dass viele Hedge-Fonds-Ansätze unbeeindruckt von der Krise waren, andere dadurch sogar gewannen. Ähnlich sagt Franceries, das auch die kleineren Private-Equity-Transaktionen bisher unbeschadet durch die Krise kamen.

Die größten Hoffnungen setzen die Experten in die neuen Anlageformen Infrastruktur, Rohstoffe und Währungen. Bereits in der jüngeren Vergangenheit rückte die Diversifkation und damit Risikostreuung als Motiv für Engagements in Alternativinvestments nach vorne. „Das dürfte sich durch die Subprimekrise verstärkten“, glaubt Franceries.

Deshalb dürften Substanzanlagen beispielsweise in Rohstoffe und Infrastruktur ihrer Ansicht nach eher einen zusätzlichen Nachfrageschub bekommen. Die Wertentwicklungen dieser Vermögensformen sind stark abgekoppelt von den Entwicklungen an den Aktien- und Anleihemärkten. Ähnlich denkt Frank Wehlmann, Geschäftsführer der Ratingagentur Telos: „Zur Diversifikation sind diese Anlageklassen geeignet.“

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