Altersvorsorge rückt in den Fokus: Fonds setzen 2005 auf Sicherheit

Altersvorsorge rückt in den Fokus
Fonds setzen 2005 auf Sicherheit

Private Anleger räumen zum Jahresende ihre Depots auf. Dabei wirkt die Börsenbaisse nach der Jahrtausendwende noch immer nach, wie Finanzberater berichten. In den langfristigen Strategien der Investoren dominiert die Sicherheit. Defensiv ausgerichtete Aktien und Aktienfonds spielen dabei eine starke Rolle. Fondsanbieter stellen sich darauf ein, indem sie entsprechende Fondskonzepte kreieren.

„Die Narben aus den Baisse-Jahren sind tief und machen das Thema Geldanlage sehr psychologisch“, sagt Gerd Bennewirtz, Chef der Finanzberatung SJB Fondsskyline. Privatanleger orientierten sich weiter an absoluten Renditezielen, ergänzt Rüdiger Sälzle, Geschäftsführer der Ratingagentur Fonds Consult.

Zwar hinken sie mit dieser Haltung einmal mehr hinter professionellen Anlegern hinterher, wie die Merrill-Lynch-Umfrage unter führenden Vermögensverwaltern vom Dezember zeigt. Demnach haben die Profis ihre Depots wieder stärker auf Aktien ausgerichtet und die als zu teuer geltenden Anleihen stark reduziert. Aber Private haben sich immerhin von ihrer Blockadehaltung im Frühjahr und Sommer verabschiedet und denken über eine langfristige Portfoliostruktur nach. „Die Bereitschaft, reinen Tisch zu machen, ist gestiegen“, beobachtet Harald Norbisrath, Vertriebsleiter für private Kunden bei der Frankfurter Sparkasse. „Anleger haben gelernt: Sie reiten nicht mehr auf jeder viel versprechend klingenden Modewelle.“ Vielmehr arbeiteten sie etwa an Strategien für die private Altersvorsorge.

Bei Aktien kauften Private beispielsweise wenige, handverlesene Titel oder Aktienfonds dazu, sagt Norbisrath. Insgesamt machten diese im Mittel ein Fünftel des Portfolios aus. Anleger müssten „behutsam“ wieder an Aktienfonds herangeführt werden, meint auch Bennewirtz. „Aktien stehen derzeit noch für Antizyklik.“ Antizyklisches Anlegen sei aber nur langfristig sinnvoll: Wer 25 Jahre lang alle fünf Jahre auf den jeweils besten Aktienfonds des zu diesem Zeitpunkt schwächsten Marktsegments gesetzt hat, erzielte laut SJB von 1979 bis heute eine jährliche Rendite von durchschnittlich 15 Prozent. Wer aber auf das jeweils beste Marktsegment setzte, musste mit einem mageren Plus von 0,73 Prozent im Jahr leben.

DWS glänzte mit klarem Konzept

Wichtigstes Ziel für Investoren bleibt nach Eindruck der Finanzexperten jedoch, kein Geld zu verlieren. Daher packen sie ihr Geld nicht nur in Zertifikate und relativ teure Garantiefonds, sondern parken es zunächst am Geldmarkt, sagt Norbisrath. Konzepte wie die der Absolute-return-Fonds könnten nur überzeugen, wenn die Rendite stimmt, meint Sälzle. Zuletzt haben sich daher vor allem ausländische Fondshäuser mit europäischen Substanzwertefonds und Spezialitäten wie Schwellenländerfonds hervorgetan. 2005 dürften auch deutsche Häuser verstärkt Value-Fonds auflegen, die sich etwa auf Titel mit hoher Dividendenrendite konzentrieren.

Die Deutsche-Bank-Tochter DWS habe hier 2004 gezeigt, wie man mit klaren Konzepten und gutem Marketing den Anlegern trotz Skepsis eineinhalb Milliarden Euro entlocken könne, sagt Sälzle. Auf Grund niedriger Aktienbewertungen dürften vor allem Europa-Fonds mit Schwerpunkt bei Standardwerten auf den Markt kommen, erwartet Heiko Nitzsche von S&P Fund Services. Die Branche könnte mit guten Stockpicker-Fonds punkten, sagt Bennewirtz. Doch viele deutsche Anbieter beschränkten sich darauf, mit Garantie- oder Rentenfonds die Ängste der Anleger zu bedienen.

Verstärkt wollen Fondshäuser auf private Altersvorsorge setzen. Nach dem Wegfall der Steuerboni für Lebensversicherungen bereiten sie flexiblere Produkte vor, etwa fondsgebundene Rentenversicherungen, bei denen Kapital abgezogen oder Fonds beliebig gewechselt werden können.

Lesen Sie Ausblicke auf das Jahr 2005 in der großen Handelsblatt.com-Jahreschronik: >>> weiter...

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