An den Märkten steigt die Risikoprämie – Auf eine Entspannung sollten Investoren zurzeit nicht setzen
Hoher Ölpreis lässt die Börsen zittern

Die immer weiter steigenden Ölpreise bringen die Börsen ins Wanken. Auf breiter Front nähern sich die großen internationalen Indizes ihren Jahrestiefs. Der Dow-Jones- Index sackte unter die Marke von 10 000 Punkten und zog am Freitag die Märkte in Europa kräftig nach unten. Die schlechten Arbeitsmarktdaten aus den USA vergrößerten das Minus noch.

DÜSSELDORF. Einmütig verweisen Analysten zudem auf die Lage in Russland. Die sich widersprechenden Nachrichten um den Ölkonzern Yukos ließen eine Einschätzung nicht mehr zu. Die Sorge, dass die ganze Yukos-Produktion ausfallen wird, treibt die Ölpreise und drückt die Aktienkurse. Hinzu kommen die widersprüchlichen Signale der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec). Angesichts der enormen Preissteigerung wolle die Opec nun doch bei ihrer Tagung im September über eine um 1,5 Millionen Tonnen höhere Produktion beraten, sagte Opec-Präsident Purnomo Yusgiantoro am Freitag. In der Woche zuvor noch hatte sie erklärt, sie könnte ihre Förderung derzeit nicht erhöhen. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent stieg am Freitag auf bis zu 42,60 Dollar.

Schon warnen Zentralbanker vor den Folgen für die Konjunktur. Bleibe der Ölpreis auf dem gegenwärtigen Niveau von über 40 Dollar, müsse man beim Wachstum Abschläge einkalkulieren, warnte Bundesbank-Chefvolkswirt Hermann Remsperger. Sollte der Ölpreis länger auf diesem Niveau bleiben, könnte die Inflationsrate in der Euro-Zone auch noch einige Monate in 2005 über zwei Prozent liegen, ergänzte Lucas Papademos, Vizepräsident der Europäischen Zentralbank (EZB), gegenüber einer italienischen Zeitung.

Entsprechend sind die Auswirkungen auf die Börse: Wie der Irak-Krieg Anfang 2003, lässt jetzt der hohe Ölpreis die Risikoprämie an den Börsen steigen – die Kurse fallen. „Die Nerven liegen blank. Niemand durchschaut das Netz und die Entscheidungsvorgänge in Russland. Deshalb ist die Ungewissheit und Gefahr groß, dass die Kurse kurzfristig weiter sinken“, sagt Kai Franke von der ING BHF-Bank.

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