Analysten loben LVMH-Zukauf in Schottland
Schnapsaktien bringen wenig Prozente

Ende Oktober wurden die Gesichter der Spitzenmanager in den Chefetagen der weltgrößten Spirituosenkonzerne lang und immer länger: Der französische Luxusgüterkonzern LVMH hatte den Bieterwettbewerb um Glenmorangie gewonnen, eine der letzten unabhängigen schottischen Whisky-Destillerien mit den Kultmarken „Ardbeg“ und „Glen Moray“.

HB DÜSSELDORF. Für rund 434 Mill. Euro wechselt das Unternehmen in diesen Tagen den Besitzer. Dabei macht Glenmorangie bei einem Jahresumsatz von etwa 100 Mill. Euro gerade einmal 10 Mill. Euro Gewinn. Doch mit einer Jahresproduktion von rund zwei Mill. Kisten ist Glenmorangie Marktführer bei der Produktion von Single Malt Whiskys, die in den letzten Jahren in internationalen Genießerkreisen immer beliebter geworden sind. Noch Anfang der neunziger Jahre lag der Jahreskonsum von Single Malts bei unter einer Mill. Kisten. Inzwischen hat sich die Nachfrage mehr als vervierfacht.

Der hohe Preis für die Spitzendestillerie Glenmorangie hat seine Berechtigung, weil internationale Marken immer seltener zum Verkauf stehen, seit sich der britische Getränkekonzern Diageo (Johnny Walker, Guinness) und der französische Spirituosenhersteller Pernod Ricard (Martell, Chivas Regal) das umfangreiche Markenportfolio des kanadischen Whiskyproduzenten Seagram vor drei Jahren unter sich aufgeteilt haben.

Die Analysten von JP Morgan bewerten die LVMH–Aktie seit dem Glenmorangie-Deal mit „Overweight“. Die Akquisition sei zwar relativ teuer, passe nach Ansicht der Experten aber gut in die Strategie des Unternehmens. Die Analysten gehen davon aus, dass die Umsätze bei Glenmorangie durchaus gesteigert werden könnten, wobei Großbritannien 64 Prozent des Umsatzes, Europa 19 und der Rest der Welt 17 Prozent ausmachen würden. LVMH könne die Margen in den Bereichen Wein und Spirituosen durch Preissteigerungen erhöhen. Allerdings liegt der Endverbraucherpreis beispielsweise für einen mindestens fünfzehn Jahre alten und von Whisky-Kennern hochgelobten „Ardbeg Uigeadail“ in Deutschland bereits bei rund 60 Euro pro Flasche.

Mit einem Getränkeumsatz von 2,1 Mrd. Euro hat sich der Luxusgüterkonzern LVMH mit seinen Kernmarken Hennessy und Moët & Chandon inzwischen auch in der Wein- und Spirituosenbranche weit nach vorne geschoben. Nur noch Diageo (13,1 Mrd. Euro), Pernod Ricard (3,5 Mrd. Euro) und Allied Domecq (2,4 Mrd. Euro) liegen beim Jahresumsatz vor der Getränkesparte von LVMH.

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