Analysten optimistisch
Spekulationen auf höheren Gewinn beflügeln Thyssen-Krupp-Aktie

Spekulationen auf eine rasche Anhebung der Gewinnprognose von ThyssenKrupp haben am Donnerstag den Kurs der Aktie nach oben katapultiert. Das Papier, das im vergangenen Jahr der größte Gewinner im Dax war, legte zeitweise um mehr als zwei Prozent zu.

HB DÜSSELDORF. Experten gehen davon aus, dass das zweite Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2006/07 noch besser ausgefallen ist als das erste, in dem der größte deutsche Stahlkonzern einen Vorsteuergewinn von rund einer Milliarde Euro verbuchte. Damit könnte Thyssen-Krupp im laufenden Jahr die Vier-Milliarden-Euro-Marke erreichen.

„Die bisherige Prognose ist nicht haltbar“, sagte der Stahlanalyst von MM Warburg Peter Metzger. Er rechne mit einem Vorsteuergewinn von 3,9 Milliarden Euro, es könne aber noch mehr werden. Auch in einer Analyse von Merck Finck hieß es, ThyssenKrupp werde spätestens nach der Vorlage der Zahlen zum zweiten Quartal am 11. Mai seine Prognose nach oben schrauben. ThyssenKrupp hat bislang für 2006/07 einen Vorsteuergewinn von etwa 2,9 Milliarden Euro nach 2,6 Milliarden im Vorjahr als Ziel ausgegeben. Eine aktualisierte Prognose will der Konzern bei der Vorlage der Zahlen zum zweiten Quartal präsentieren. Ob sich der Ausblick ändern werde, ließ das Unternehmen offen.

„Ich rechne damit, dass das zweite Quartal besser wird als das erste“, sagte Analyst Metzger. Das erste Quartal (Oktober bis Ende Dezember) sei traditionell nicht das stärkste. Im Gesamtjahr werde vor allem das Edelstahlgeschäft für steigende Gewinne sorgen. Die Basispreise seien innerhalb eines Jahres um rund 50 Prozent gestiegen. Metzger erwartet, dass die Sparte ihren Gewinn auf 1,2 Milliarden Euro nach 423 Millionen verbessern wird. Auch das Flachstahlgeschäft dürfte weiter zulegen, fügte er hinzu. Für positive Effekte würden zudem die Maßnahmen im Automobilzuliefergeschäft sorgen. Verlustbringer seien verkauft worden, die Restrukturierungskosten dürften geringer ausfallen als im Vorjahr.

„Wir sind auf einem profitablen, nachhaltigen Wachstumskurs“, hatte Konzernchef Ekkehard Schulz Anfang des Jahres gesagt. Nach einem Bericht der „Financial Times Deutschland“ stellte er nun auf einer Führungskräftetagung mittelfristig einen Vorsteuergewinn von mindestens vier Milliarden Euro in Aussicht. Wann diese Marke erreicht werden solle, sei unklar geblieben. ThyssenKrupp wollte den Bericht nicht kommentieren. Der Konzern umschreibt mit dem Begriff „mittelfristig“ in der Regel einen Zeitraum von drei bis fünf Jahren. Sollten die Analysten mit ihren Schätzungen Recht behalten, knackt das Unternehmen die Marke bereits im laufenden Geschäftsjahr, das am 30. September endet.

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