Analysten-Prognosen Wie weit der Dax noch nach oben pirscht

Seit dem Jahrestief im Februar hat der Dax mittlerweile rund zwanzig Prozent zugelegt. Welche Börsenentwicklung die Analysten der öffentlichen Banken wie Helaba, NordLB oder Deka in den kommenden Monaten erwarten.
Wie weit treibt die jüngste Rally den deutschen Aktienindex? Quelle: dpa
Dax-Tafel an der Frankfurter Börse

Wie weit treibt die jüngste Rally den deutschen Aktienindex?

(Foto: dpa)

FrankfurtDie Anleger am deutschen Aktienmarkt haben in den vergangenen Tagen deutlich steigende Kurse gesehen. Am Mittwoch markierte der Dax bei 10.421 Punkten den höchsten Schlusskurs dieses Jahres. Doch wie geht es nun nach der jüngsten Rally weiter? Die Anlageexperten der öffentlichen Banken zeigen derzeit vorsichtig optimistisch: Auf Sicht von sechs Monaten sehen sie den Dax im Schnitt bei 10.540 Punkten – die Zwölf-Monats-Prognosen taxieren den deutschen Leitindex bei durchschnittlich 11.240 Zählern. Das geht aus der neusten Aktienmarktprognose des Bundesverbandes Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB) hervor, die am Mittwoch in Frankfurt vorgestellt worden ist. Bezogen auf die aktuelle Notierung wäre dies Aufwärtspotenzial von rund einem sowie sechseinhalb Prozent.

Besonders hohe Renditechancen erwarten die Kapitalmarktprofis der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba), die den Dax bis Oktober auf 11.200 Punkte steigen sehen und auf Sicht von einem Jahr sogar 12.000 Zähler als Zielmarke ausrufen. Laut dem Helaba-Strategen Markus Reinwand sei am Aktienmarkt gerade bei Euro-Titeln die recht attraktive Bewertung wieder stärker in den Fokus gerückt. Im Vergleich zu deutschen Staatsanleihen seien die Dax-Werte derzeit so günstig wie zuletzt 2008/2009 und 2011/2012, sagte Reinwand in Frankfurt. Damals sei dies der Startschuss für markante Kurszuwächse gewesen.

Reichlich überschätzt
Überschätzte Vermögen
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Die Reichen werden reicher, die Armen werden ärmer: Das ist die Grundannahme vieler Diskussionen über das Lieblingsthema der Linken – die Gleichheit. Doch stimmt das auch? Laut einer Studie des Markt- und Meinungsforschungsinstituts Ipsos neigen Bürger westlicher Staaten dazu, das Vermögen der Superreichen oft drastisch zu überschätzen. Dafür hat Ipsos rund 25.500 Erwachsene in insgesamt 33 Ländern gefragt: „Welchen Anteil des gesamten Privatvermögens besitzen die reichsten ein Prozent in Ihrem Land?“ Die interessantesten Ergebnisse der Studie „Perils of Perception“ in der Zusammenfassung.

Großbritannien
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Ziemlich daneben mit ihrer Einschätzung liegen die Einwohner Großbritanniens. Laut Umfrage schätzt ein Großteil der Briten den Anteil des reichsten Bevölkerungsprozents am Gesamtvermögen auf 59 Prozent. Blickt man auf den tatsächlichen Wert, wirkt diese Annahme ziemlich überzogen: In Wahrheit verfügt das wohlhabendste Prozent der Bevölkerung nur über einen Vermögensanteil von 23 Prozent. Die Differenz zwischen gefühlter und realer Wahrheit ist damit in Großbritannien so groß wie nirgendwo sonst – nämlich 36 Prozent.

Frankreich
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Dass das Vermögen der Reichsten überschätzt wird, ist vor allem in den Industrieländern gang und gäbe – so auch in Frankreich. Hier geht die Bevölkerung davon aus, dass immerhin noch 59 Prozent des gesamten Privatvermögens auf das reichste Prozent entfällt. Doch weit gefehlt: Tatsächlich liegt der Anteil lediglich bei 23 Prozent (Differenz: 36 Prozent). Ähnlich verschätzt haben sich noch die Australier (33 Prozent), Belgier und Neuseeländer (je 32 Prozent).

Deutschland
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Ein Anteil von 30 Prozent des gesamten Privatvermögens entfällt in Deutschland auf das wohlhabendste Prozent der Bevölkerung. Die subjektive Wahrnehmung der Deutschen ist freilich eine andere: Ein Großteil schätzt, dass dieser Anteil bei 59 Prozent liegt – also fast doppelt so hoch (Differenz: 29 Prozent). Nahezu gleichauf liegen die Spanier mit ihrer Einschätzung.

Japan
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Um 22 Prozent haben sich die Japaner verschätzt. Sie gaben mehrheitlich an, dass das reichste Prozent etwa über einen Anteil von 41 Prozent am Gesamtvermögen verfüge. Doch die Wahrheit sieht anders aus: Der tatsächliche Wert liegt bei nur 19 Prozent. Ähnliche Differenzen haben die Forscher in Italien (23 Prozent), Norwegen und den USA (je 20 Prozent) gemessen.

China
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Näher an der Realität sind die Chinesen mit ihrer Einschätzung. Sie vermuteten, dass rund 56 Prozent des Gesamtvermögens auf die Superreichen des Landes entfielen. Die Wahrheit ist: Es sind nur 39 Prozent (Differenz: 17 Prozent). Auch in den Niederlanden (16 Prozent), Südkorea (15 Prozent) und Schweden (14 Prozent) lagen Einschätzung und Wahrheit damit vergleichsweise nahe beieinander.

Kolumbien
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Auch die Kolumbianer überschätzen den Reichtum ihrer Wohlhabenden – und zwar um neun Prozent. Während die Bevölkerung mehrheitlich glaubt, rund 43 Prozent des gesamten Reichtums entfiele auf das wohlhabendste Prozent der Bevölkerung, sind es in Wahrheit nur 34 Prozent. Ähnlich weit auseinander liegen Empfindungen und Fakten in Irland (13 Prozent) und Chile (elf Prozent).

„Für eine Verstetigung des Kursanstieges kommt es nun allerdings darauf an, dass sich die Erholungsanzeichen bei den konjunkturellen Frühindikatoren fortsetzen und somit auch die Perspektiven für die Entwicklung der Unternehmensgewinne aufhellen“, so Reinwand.

Am wenigsten trauen dem deutschen Börsenbarometer dagegen die Fachleute der Dekabank zu. Ihre Kursprognosen für die beiden Betrachtungsperioden liegen nur bei 10.000 sowie 10.500 Punkten. Als bedeutenden Belastungsfaktor nennt Dekabank-Aktienstratege Joachim Schallmayer das konjunkturelle Umfeld. Dieses können sich zwar zunehmend stabilisieren – „dass dieses Umfeld für den Unternehmenssektor dennoch sehr herausfordernd ist, lässt sich an der Entwicklung der Unternehmensgewinne ablesen“, so der Fachmann.

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