Analysten raten in Deutschland zu Aktien von Unternehmen mit starkem Auslandsgeschäft: Konsum fällt als Kurstreiber aus

Analysten raten in Deutschland zu Aktien von Unternehmen mit starkem Auslandsgeschäft
Konsum fällt als Kurstreiber aus

Wenn heute aus Nürnberg rund fünf Millionen Arbeitslose in Deutschland gemeldet werden, werden sich Regierung und Opposition wieder mit Schuldzuweisungen überhäufen – diesmal noch mehr als sonst, weil die „Hartz IV“-Reformen die bisherige Statistik verzerren. An den Börsen gelten die hohen Zahlen – ob saisonbereinigt oder nicht, ob mit oder ohne Sozialhilfeempfänger gerechnet – als Beleg für den schwachen Zustand der größten Volkswirtschaft in der EU.

DÜSSELDORF. Hoffnungen auf einen besseren Konsum haben Analysten hier zu Lande nicht – trotz positiver Frühindikatoren und vager Hoffnungen ausländischer Banken. Anleger sind deshalb nach Ansicht der Experten gut beraten, Aktien binnenorientierter Unternehmen zu meiden.

Beflügelt von Erwartungen, dass eine anspringende Konjunktur endlich auch die Inlandsnachfrage belebt, haben sich deutsche Einzelhandelsaktien seit Frühjahr vergangenen Jahres besser entwickelt als der Gesamtmarkt (siehe Grafik). Das gute Weihnachtsgeschäft und das jüngste Achtmonatshoch des Konsumklimaindex vom Marktforschungsinstitut GfK schienen den Optimismus zu bestätigen. Schon vermuteten Analysten von Bank of America und Citigroup, dass die deutsche Binnennachfrage erstmals seit vier Jahren zulegen könnte.

Doch bei näherem Hinsehen ist Vorsicht geboten. „Das gute Weihnachtsgeschäft und einige bessere Indikatoren sind auf Steuererleichterungen zurückzuführen, so dass sich die Stimmung tatsächlich gebessert hat“, sagt HSBC-Stratege Volker Borghoff. Eine Trendwende kann er aber noch nicht ausmachen: „Lediglich Nachholeffekte lösten die Steigerungsraten aus, so etwa beim Kauf langlebiger Güter wie Möbel.“

Angesichts stagnierender Löhne sehen Analysten kein Ende der langen Durststrecke beim Konsum. Hinzu kommt, dass die Überalterung der Gesellschaft mehr private Vorsorge erfordert. „Das erkennen die Bürger, und deshalb sparen sie zu Recht immer mehr“, sagt Carsten Klude von M.M. Warburg. Ebenso wie Borghoff rechnet er damit, dass die Stagnation bei der Binnennachfrage anhält: „Daran wird sich in den nächsten Jahren nichts ändern.“ Die Deutsche Bank geht davon aus, dass von der hohen Sparquote auch künftig kaum zusätzliche Wachstumsimpulse für den privaten Konsum kommen werden, weil die Unsicherheit über die wirtschaftliche Entwicklung und die Zukunft der sozialen Sicherungssysteme kaum abnehmen dürfte.

Seite 1:

Konsum fällt als Kurstreiber aus

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%