Analysten sehen in jüngster Schwäche keine Trendwende an den Märkten – Zink und Kokskohle werden empfohlen
Experten erwarten höhere Rohstoffpreise

An den internationalen Märkten gerät der Aufschwung der Rohstoffpreise ins Stocken. Seit seinem 23-Jahres-Hoch Ende März ist der CRB-Rohstoffindex um rund 10 Prozent gefallen. Anleger stellen sich nun besorgt die Frage: Ist das nur eine Korrektur oder gar die Trendwende?

FRANKFURT/M. Die meisten Experten geben Entwarnung. Für sie ist die jüngste Entwicklung lediglich eine Pause im langfristigen Aufwärtstrend der Rohstoffpreise. „Viele Rohstoffe sind knappe Güter“, sagt Klaus Martini, Global Chief Investment Officer der Deutschen Bank. Jeder Minuskorrektur der Preise, mit der spekulativer Dampf abgelassen werde, folge rasch neue Nachfrage, erläutert er.

Ein solches Szenario bietet sich an den Rohölmärkten, an denen die geopolitische „Angstprämie“ zunehmend abgebaut wird. Rohöl der US-Richtmarke West Texas Intermediate (WTI) ist vom Rekordhoch bei 43 Dollar auf 37 Dollar je Barrel gefallen. Die Fachleute von Goldman Sachs glauben, dass sich dieser Rückgang auf 34 Dollar fortsetzen wird – vorausgesetzt, der Markt wird von externen Schocks verschont. „Öl und Erdgas bleiben teuer“, sagt Hans-Jürgen Klisch, Energie-Experte der US-Investmentbank Raymond James & Associates. Diese Einschätzung teilt Patricia M. Mohr, Analystin der kanadischen Scotiabank: „Der Preis für Erdgas wird in den nächsten Jahren auf hohem Niveau verharren.“

Wichtigster Einflussfaktor für die Rohstoffpreise ist nach den Worten Martinis die Weltkonjunktur – und hier vor allem das zuletzt etwas schwächere Wachstum Chinas. „Die Abkühlung der chinesischen Konjunktur ist das wichtigste Thema“, sagt Peter Blight von UBS in London. Er geht davon aus, dass die angestrebte weiche Landung der chinesischen Konjunktur tatsächlich gelingt. „Das Wirtschaftswachstum Chinas wird in den nächsten zwei Jahren auf ein stabiles Niveau von rund acht Prozent zurückfinden“, sagt Blight.

Dennoch: Die UBS-Rohstoff-Analysten haben ihre Preisprognosen vor allem wegen der im Reich der Mitte absehbaren Abkühlung für 2004 im Durchschnitt um neun und für 2005 um vier Prozent zurückgenommen. Die stärkste Anpassung erfolgte beim Nickel und Silber. Hier rechnen die Experten für 2004 mit einem gegenüber der bisherigen Prognose um 18 bzw. 15 Prozent niedrigeren Preisniveau.

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