Analysten setzen auf MAN, Linde und Eon: Dax-Unternehmen rücken in den Fokus

Analysten setzen auf MAN, Linde und Eon
Dax-Unternehmen rücken in den Fokus

Für Anleger hielt der deutsche Markt für Fusionen und Übernahmen seit Jahresbeginn kaum Überraschungen bereit.

HB DÜSSELDORF. Nach Ansicht von Analysten sprechen jedoch zwei Gründe dafür, dass den bisherigen Übernahmegerüchten auch harte Nachrichten folgen können: Deutsche Aktien sind günstig bewertet. Zudem befindet sich eine Reihe ausländischer Investoren, vor allem aus den USA und Großbritannien, derzeit auf Brautschau an Europas Börsen.

„Die deutsche Blue Chips sind derzeit günstiger zu haben als je zuvor“, sagt Thomas Körfgen, Leiter des Aktienfondsmanagements bei SEB Invest. Das gelte sowohl im historischen wie internationalen Vergleich. Das durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) der 30 Dax-Werte liegt bei rund zwölf – in den vergangenen zwölf Jahren lag der Durchschnitt bei über 15. Zudem, so Ralf Dieckebohm, Analyst bei der Bremer Landesbank, wiesen die Dax-Titel positive Fundamentaldaten auf. Erfolgreiche Restrukturierungsmaßnahmen hätten die Effizienz der Unternehmen gesteigert. Jedes Umsatzwachstum werde sich sofort in steigenden Gewinnen niederschlagen. „Wäre ich ausländischer Großinvestor, würde ich mir Anteile an allen Dax-Unternehmen kaufen“, sagt Körfgen. Allerdings steht einer Übernahme eines Dax-Konzerns nach Meinung der Analysten die schiere Größe der Unternehmen entgegen. Ausländische Investoren würden sich lieber die Filetstücke eines deutschen Blue Chip einverleiben. Und dann profitieren in der Regel die Kleinaktionäre.

Beispiel MAN: Der Aktienkurs des Maschinenbauers stieg zwischenzeitlich um über sechs Prozent, nachdem sich Münchener Rück, Commerzbank und Allianz von ihrem 25-Prozent-Paket an dem Unternehmen getrennt hatten. Zwar hält Robert Herberger, Analyst bei Merck, Finck & Co., eine vollständige Übernahme von MAN „für unwahrscheinlich“. Dafür hätten internationale Investoren großes Interesse an MAN-Einzelteilen, wie beispielsweise der MAN Technology oder den Schwäbischen Hüttenwerken.

Beispiel Linde: „Wenn Linde seine Gas-Aktivitäten mit dem britischen Industrie- und Edelgashersteller BOC zusammenbringen würde, entstünde ein neues europäisches Großunternehmen“, sagt ein Analyst, der nicht genannt werden möchte. Über eine Fusion werde schon seit längerem spekuliert. „Das würde zweifellos positive Effekte auf den Kurs haben.“ Der Weg dafür wäre frei, nachdem die Großinvestoren wie die Allianz angekündigt haben, sich von ihrem 30-Prozent-Paket trennen zu wollen.

Beispiel Eon: Der britische Finanzinvestor Terra Firma hat sein Interesse an Eons Immobilientochter Viterra bekundet. Zwar hält sich der Eon-Konzern neben dem Verkauf seiner Tochter auch einen Börsengang offen. „Wir halten eine Übernahme der Eon-Immobilien dennoch für wahrscheinlicher“, sagt Stephan Wulf, ein auf Versorger spezialisierter Analyst bei Oppenheim Research, „nicht erst seit der Ankündigung von Terra Firma“. Wenn der Verkauf tatsächlich im zweiten Halbjahr 2005 über die Bühne ginge, würde die Eon-Aktie davon profitieren, sagt Wulf.

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