Analysten sprechen vom Anlagenotstand institutioneller Investoren - Anleihen gelten als überbewertet
Finanzprofis halten an Aktien fest

„Wohin mit dem vielen Geld?“ Diese Frage stellen sich Großanleger, die auf hohen Barreserven sitzen und auf der Suche nach lukrativen Investments sind. Fachleute sprechen bereits von einem Anlagenotstand institutioneller Investoren: Geldmarktrenditen von einem bis zwei Prozent seien für Großanleger unattraktiv.

FRANKFURT/M. Und solange bei Bonds die Gefahr von Kursverlusten bestehe, sei diese Klientel nicht bereit, sich in Anleihen mit längeren Laufzeiten zu binden. Weil zudem Furcht vor Kursverlusten auf den Aktienmärkten herrscht, horten die Großanleger riesige Bargeldbestände. Aber führende Finanzhäuser sind sich einig: Gerade die Cash-Berge verhindern eine steile Talfahrt der Aktienkurse. Womit sich die Ausgangsfrage so beantworten ließe: Am besten Aktien kaufen!

„Aktien sind derzeit attraktiver als Anleihen.“ In dieser Einschätzung sind sich Klaus Martini, Chef des Anlagegeschäft der Deutschen Bank, und sein Goldman-Sachs-Kollege Jim O’Neill einig. Der Deutschbanker wird noch konkreter: „Zahlreiche Anlageklassen sind derzeit deutlich überbewertet – dies gilt vor allem für Anleihen.“ Dies begünstige die Aktienbörsen.

Die Überbewertung von Anleihen werde sich ändern, sobald die Kapitalmarktzinsen gestiegen seien, sagt O’Neill. Für Hernando Cortina von Morgan Stanley werden Anleihen im Verhältnis zu Aktien allerdings erst dann wieder interessant, wenn die Renditen zehnjähriger Anleihen im Dollar-Raum fünf Prozent erreichen – derzeit werfen diese Papiere rund 3,9 Prozent Zinsen ab.

Die Investmentbank Goldman Sachs hält einen starken Zinsanstieg am langen Ende des Marktes für wenig wahrscheinlich. Auch Martini spricht davon, dass sich das Zinsniveau im historischen Vergleich selbst bei einer Verschärfung der Geldpolitik der Notenbanken auf absehbare Zeit auf niedrigem Niveau bewegen dürfte.

Seite 1:

Finanzprofis halten an Aktien fest

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%