Analysten zum Referendum
Was ein griechisches „Nein“ für die Märkte bedeutet

Was passiert nach dem Referendum am Sonntag? Diese Frage beschäftigt nicht nur die Politiker, sondern auch Fondsmanager und Analysten. Die große Sorge: Dass die Märkte auf ein „Nein“ nicht vorbereitet sind.
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Düsseldorf/FrankfurtDas griechische Referendum am Sonntag beschäftigt nicht nur die Politik, sondern auch Marktanalysten. Ein griechisches „Nein“ könnte einen Run auf langlaufende US-Staatsanleihen und Bargeld bedeuten, meint der Fondsmanager Eugene Philalithis. „Ich gehe nicht davon aus, dass ein Nein schon komplett von den Märkten eingepreist ist“, so der Experte des Vermögensverwalters Fidelity. Er rechnet damit, dass die Märkte „überverkauft“ sein werden.

Auch der David Stubbs von JP Morgan erwartet bei einem möglichen Austritts Griechenlands aus der Eurozone entsprechende Reaktionen auf den Märkten. Dann würden sich Investoren weiter von Anleihen aus südeuropäischen Ländern und Aktien trennen, vor allem von Banken – was deren Kurse weiter drücken würde, so Stubbs. Anlagen, die Sicherheit versprechen, wie deutsche oder britische Staatsanleihen, dürften dagegen gefragt sein und im Kurs zulegen.

Für die Immobilienmärkte ändere sich fundamental nichts, meint Frank Pörschke, Deutschland-Chef des Immobiliendienstleisters JLL. „Die Anlagealternativen sind aufgrund des niedrigen Zinsniveaus wenig rentierlich und Immobilien im Vergleich sehr attraktiv.“ Aus seiner Sicht fielen die „gegebenenfalls auszubuchenden Forderungen volumenmäßig nicht ins Gewicht“. „Die Wirtschaft in Deutschland entwickelt sich positiv und damit auch die Nachfrage nach Gewerbeflächen“, sagt Pörschke. All das spreche dafür, dass die Nachfrage nach Immobilien – gerade in einem stabilen Land wie Deutschland – hoch bleiben werde. 

Was das Referendum angeht, hält Philalithis ein Nein für wahrscheinlich. „So wie sich die Ereignisse weiter entfalten und Griechenland immer näher an ein Referendum rückt, gehe ich davon aus, dass die Wahrscheinlichkeit eines „Nein“-Votums ziemlich hoch ist“, sagt der Experte. Für die griechische Regierung sei ein „Nein“ ein Blankoscheck, so zu handeln, wie sie wolle. „Ich glaube immer stärker, dass sie einen Grexit will.“

Holger Schmieding von der Berenberg Bank schätzt die Lage ähnlich ein. Mit dem „charismatischen Kampagnenführer Tsipras“ sehe es nach einem engen Rennen aus – mit „höherem Risiko eines Grexits denn eines politischen Wandels in Athen“, so der Chefvolkswirt. Die Bank hat daher die Wahrscheinlichkeit eines Grexits von 40 auf 55 Prozent angehoben.

Die Eurozone hingegen müsse nach einem „Nein“ reagieren. „Tsipras liegt nicht falsch damit, wenn er sagt, dass die Eurozone Griechenland bei einem Nein nicht aus dem Euro werfen wird“, schreibt Schmieding in einer Analyse. Doch dem Staat gingen dann die Euros aus, ohne weitere Hilfen könne Griechenland weder Renten noch seine Mitarbeiter im öffentlichen Dienst bezahlen. Ein Nein mache es nahezu unmöglich für den Internationalen Währungsfonds (IWF) und Europa, das Land weiter zu unterstützen.

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„Ein Zahlungsausfall ist nicht gleich Grexit“

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  • Die "Märkte" können natürlich nicht vorbereitet sein, denn sie haben ja noch nie von der Griechenland-Problematik gehört

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