Angst an der Börse
Volatilität – gute und böse Schwankungen

Die Kurse an den Börsen und Finanzmärkten schwanken so stark wie selten. Dahinter stecken vielen Unsicherheiten, die die Anleger ratlos werden lassen. Die Ausschläge können sehr gefährlich werden.

FrankfurtPreise ändern sich, an der Börse gilt das auch. Dort halten die Schwankungen von Preisen und Kursen in der jüngsten Zeit jedoch die Anleger in Atem. Mit steigender Unsicherheit schwanken auch die Kurse kräftiger. Da derzeit die Unsicherheit so groß ist wie selten, sind es auch die Bewegungen an vielen Finanzmärkten.

Der Fachbegriff für Schwankungen in der Finanzsprache ist Volatilität. Der Begriff ist eher negativ belegt, meint aber ausdrücklich Bewegungen in beide Richtungen. Aktuell gibt es zwei Beispiele für positive Volatilität: Am Montag sprang der japanische Nikkei-Aktienindex um über sieben Prozent nach oben. Das ist für eine Bewegung an nur einem Tag außergewöhnlich stark. Am vergangenen Freitag machte der Ölmarkt Schlagzeilen. Öl der Marke Brent wurde um rund zehn Prozent teurer. Auch das fiel völlig aus dem gewohnten Rahmen.

Für Aufsehen sorgt ungewöhnlich Volatilität in der Regel aber bei Abstürzen. So mussten viele Aktenmärkte seit Jahresbeginn an manchen Tagen Verluste von mehreren Prozent verkraften. Wie normal oder ungewöhnlich diese Schwankungen ausfallen, berechnen Statistiker mit sogenannten Volatilitäts-Indizes. Der VDax für den Deutschen Aktienindex zeigt beispielsweise: Die aktuellen Schwankungen sind so stark wie im Januar und vergangenen Herbst. Deutlich stärker schwankten die Kurse in den Vorjahren nur zeitweise 2011 und in der heißen Phase der Finanzkrise 2008 und 2009.

In Zeiten wie heute ist die Volatilität hoch, weil Anleger mit einer Vielzahl von Unsicherheiten zu kämpfen haben. Die Krisenherde sind kaum an den Fingern zweier Hände abzuzählen. Dazu gehören die Sorgen über die wirtschaftliche Zukunft Chinas, die Angst vor den Folgen des Ölpreisverfalls, vor einer Deflation, die Unsicherheit über die künftige US-Zinspolitik, das kriselnde Bankensystem. Daran dürfte sich in näherer Zukunft wenig ändern. Es wird bei hohen Schwankungen bleiben. Das haben viele Vermögensverwalter bereits im vergangenen Jahr angekündigt.

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Der Weckruf kam am 24. August

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