Anlageempfehlung
Auf diese Staaten sollten Anleger schauen

Die BRIC-Länder bekommen Gesellschaft. Neue Staaten drängen sich in die Liga der dynamischen Aufsteiger. Deutsche Bank-Chef-Anlagestratege Ulrich Stephan sagt, welche Saaten man auf dem Zettel haben muss.
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Die Aktienmärkte der BRIC-Staaten Brasilien, Russland, Indien und China haben die Märkte der Industrienationen in ihrer Kursentwicklung über einen Zeitraum von zehn Jahren deutlich geschlagen. Auch künftig sollten die großen Vier im Fokus der Anleger bleiben, doch mit ihrer gestiegenen Wirtschaftsmacht ändert sich der Charakter einer BRIC-Investition: Die BRICs sind aus dem Jugendalter heraus, ihre Abhängigkeit von der Weltkonjunktur wächst, und andere Märkte drängen in die Rolle der dynamischen Aufsteiger. Zu den wichtigsten zählen Mexiko, Indonesien, Südkorea und die Türkei.

Diese Märkte zeigen eine Kombination aus Wachstumsdynamik und wirtschaftlicher Stabilität, die Anleger aufhorchen lassen sollte: Ihre öffentliche Verschuldung liegt bei 25 bis 40 Prozent, und auch bei der Neuverschuldung erfüllen sie das Maastricht-Kriterium. Die Inflation ist - mit Ausnahme der Türkei - moderat und liegt zwischen 2,9 Prozent in Südkorea und 4,5 Prozent in Indonesien. Zugleich verfügen diese Staaten über eine große Marktbreite und -tiefe und eine solide finanzielle Infrastruktur. Politische Risiken sind zwar vorhanden, aber insgesamt nicht höher zu bewerten als in anderen Schwellenländern.

Meiner Einschätzung nach ist Südkorea unter den vier genannten Märkten der am weitesten entwickelte: Eine Volkswirtschaft, die in vielerlei Hinsicht schon zu den Industrienationen zählt und in der Automobil- und Elektronikbranche mit globalen Marken vertreten ist. Südkorea wird auch als "Werkbank der USA" bezeichnet. Das Land profitiert damit von der zurzeit relativ robusten US-Konjunktur. Das Gleiche gilt für Mexiko, dessen verarbeitende Industrie in großem Umfang Vorprodukte über die nördliche Grenze liefert. Mit einem prognostizierten Gewinnwachstum 2013 von 19,1 Prozent besitzen mexikanische Unternehmen ausgezeichnete Gewinnaussichten.

Attraktive Portfolio-Ergänzung

Eine niedrige Verschuldung, günstige Bevölkerungsentwicklung, Aussichten auf wachsenden Binnenkonsum und reiche Rohstoffvorkommen sprechen für Indonesien. Für 2013 erwarte ich hier ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 6,5 Prozent und einen Anstieg der Industrieproduktion von acht Prozent. Der demografische Faktor steht auch bei der Türkei auf der Habenseite, ebenso wie seine strategische Lage an der Schwelle zwischen Europa und Asien. Allerdings leidet das Land derzeit unter der schwachen europäischen Konjunktur. Insgesamt könnten Aktien aus diesen Ländern eine attraktive Ergänzung des Schwellenländer-Portfolios sein. Ein diversifiziertes Investment ermöglichen zum Beispiel Fonds mit Aktien der Next-11-Länder, einer etwas größeren, wenn auch heterogenen Schwellenländergruppe, in der Mexiko, Indonesien, Südkorea und die Türkei nach Wirtschaftskraft und Marktkapitalisierung einen deutlichen Schwerpunkt bilden.

Die Empfehlung gibt die Einschätzung des Autors wieder.

Kommentare zu " Anlageempfehlung: Auf diese Staaten sollten Anleger schauen"

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  • Ich moechte weder Fonds, noch ETF’s noch sonstige Papiere kaufen, da ich Banken oder Fondsverwaltungen immer weniger Vetrauen entgegen bringen kann. Ich kaufe nur Aktien und zwar nur solche, die auch in Deutschland gehandelt werden koennen – meinetwegen ausserboerslich. Eines der fuer mich wichtigsten Argumente wird meist ausser acht gelassen: Rechtssicherheit. Und da glaube ich, sieht es bei vielen der genannten Laender sehr schlecht aus. Zeifelhafte Manger (wie wir sie auch in Deutschland kennen), haben es in diesen Laendern viel leichter, Aktionaere um ihr Vermoegen zu bringen.


  • ..Zu den wichtigsten zählen Mexiko, Indonesien, Südkorea und die Türkei...."

    Die Inflation in der Türkei ist bei weitem höher als das Wachstum. Im Übrigen werden die Türken wie die Amis vor Suprime mit Kreditkarten geflutet, man konnte schon in viversen Artikeln diverser Zeitungen lesen, dass sich hier die nächste Blase auftut. In Mexiko regieren die Drogenkartelle, was soll am Wachstum in diesem Land nachhaltig sein, wer will hier angesichts dieser katastrophalen Strukturen investieren ?



  • In sehr naher Zukunft werden einige "Schwarze Schwäne" fliegen.....
    Wer sein Geld irgendwo anderst als in physischem Silber und Gold investiert hat, wird wohl nahezu alles verlieren....
    Wer den Politikern, den Medienhuren und sogenannten "Fachleuten" noch etwas glaubt ist selber Schuld...

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