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Göttinger-Gruppe-Vordenker festgenommen

Erwin Zacharias, einer der geistigen Väter des unseriösen Anlagemodells der Göttinger Gruppe (GG) ist festgenommen worden und soll in Haft genommen werden. Hintergrund ist ein Verfahren wegen Steuerhinterziehung, das gegen den Privatmann Zacharias bereits seit Jahren läuft.

rrl GÖTTINGEN. Eine Sprecherin des Landgerichts Göttingen bestätigte Informationen aus Anwaltskreisen, wonach gegen Zacharias, der zuletzt Aufsichtsrat der GG war, ein Sicherungshaftbefehl vorliegt, weil er eine Geldauflage nicht gezahlt hat. Diese Geldauflage steht im Zusammenhang mit einem Verfahren wegen Steuerhinterziehung gegen die Privatperson Zacharias.

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Braunschweig kündigte an, den Festgenommen zu befragen. Zacharias war im Ausland untergetaucht. Im Umfeld der GG hieß es in den vergangenen Jahren, Zacharias habe sich nach Kanada abgesetzt. Er war bereits im August 2002 wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung vorläufig festgenommen worden. Bereits damals war vermutet worden, er wolle nach Kanada fliehen.

Ein Sicherungshaftbefehl kann erlassen werden, wenn eine Person zu einer Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt wurde und es Gründe zur Annahme gibt, dass die Bewährung widerrufen wird. Mit dem Sicherungshaftbefehl soll die Vollstreckung einer Strafe sichergestellt werden.

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ermittelt gegenwärtig gegen Verantwortliche der Göttinger Gruppe wegen Kapitalanlagebetrug und Insolvenzverschleppung. Die Göttinger Gruppe Vermögens- und Finanzholding GmbH & Co. KG aA und die Securenta AG, Kerngesellschaft der Gruppe, haben vor einem Monat Insolvenzantrag gestellt. Nach Angaben des Amtsgerichts Göttingen könnte die Göttinger Gruppe bis zu 270 000 Anleger geschädigt haben. Die Anleger werden voraussichtlich den größten Teil ihrer auf über eine Mrd. Euro geschätzten Einlagen in Beteiligungen der GG verlieren. Einzelne Anleger hätten Millionenbeträge eingebüßt.

Auf die Anleger könnten zudem noch Probleme mit den Finanzämtern zukommen. Dort werde geprüft, ob die Sparer ihre auf die Securenta-Einlagen gewährten Steuervorteile aus den vergangenen Jahren zurückzahlen müssten. Die Securenta AG hatte Sparern stille Beteiligungen als Altersvorsorge verkauft.

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