Anlageklasse Finanzierungen
Kredite stehen hoch im Kurs

Die Anlageklasse „Kredit“ findet an den Finanzmärkten immer größere Aufmerksamkeit. Banken und Börsen haben neue Strukturen geschaffen, um Kredite handelbar und somit Risiken übertragbar zu machen. Sie bieten für Anleger zahlreiche interessante Seiten.

FRANKFURT. Unter diese Anlageklasse fallen neben traditionellen Konsortialkrediten und Einzelkrediten auch Anleihen. Darüber hinaus sind die im Kreditmarkt immer lebhafter genutzten künstlichen Risikosteuerungsinstrumente ein Teil des breiten Spektrums. So nutzen die Akteure der Finanzmärkte standardisierte Zinsterminkontrakte – also Zins-Futures – zur Absicherung der Zinsrisiken und Kreditderivate zur Steuerung der Bonitäts- und Ausfallrisiken.

Als erste Terminbörse in der Welt hatte die deutsch-schweizerische Eurex kürzlich einen Kredit-Future in ihre Angebotspalette aufgenommen, der allerdings nicht unbedingt die Akzeptanz aller Marktteilnehmer findet. Dies zeigt der zögernde Start. Bislang wird das Geschäft mit Kreditderivaten noch zwischen den großen Finanzmarkt-Teilnehmern auf den sehr liquiden Freiverkehrsmärkten (OTC) abgewickelt. Die Eurex spricht daher insgesamt von einem „verhaltenen Start“ des neuen Produkts. Experten prognostizieren aber eine weitere Veränderung und Professionalisierung des globalen Kreditmarktes und damit auch von Kreditderivaten.

Auch der Handel mit Portfolios „notleidender Kredite“ zählt zu diesem Wachstumsmarkt. Dieses Segment hat sich innerhalb von nur vier Jahren einen festen Platz an den deutschen Finanzmärkten gesichert. Die Deutsche Bank spricht davon, dass solche „notleidenden Kredite“ einerseits für die verkaufenden Banken ein effizientes Instrumentarium des Bilanz- und Risikomanagements sind, andererseits haben sie sich für ihre Käufer als eigene Anlageklasse etabliert. Aus der zunehmenden Effizienz des Handels mit Kreditportfolios werde die gesamte Volkswirtschaft Nutzen ziehen, sagt Stefan Schäfer vom Deutsche Bank Research.

Eine höhere Professionalisierung ist nach Ansicht des Experten gerade auch im Handel von Portfolios „notleidender Kredite“ zu erwarten. Hier entfiel das Gros des Geschäfts bisher auf Immobilienkredite. Nur ein kleiner Teil wurde in Unternehmenskrediten abgewickelt. Experten rechnen jedoch für die Zukunft mit einer zunehmenden Bedeutung von Unternehmenskrediten. Der Markt werde sich in den kommenden Jahren qualitativ verändern, sagt der Fachmann.

Mit Sparkassen und Genossenschaftsbanken würden neue Verkäufer auftreten, so dass die Volumina der gehandelten Portfolios kleiner werden dürften. Andere Experten glauben, dass auch die Käuferschicht notleidender Kredite – vor allem Investmentbanken und Private-Equity-Fonds – breiter werde und sich auch Hedge-Fonds stärker engagieren dürften.

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