Anlageklasse mit Zukunft
Derivate auf Luft und Wasser

Richard Sandor hat ein hehres Ziel. Der Vorstandschef und Gründer der Chicago Climate Exchange will die unter hohen Belastungen der Menschheit leidende Erde retten, indem er die natürlichen Ressourcen wie Wasser und Luft mit einem Preis versieht – und entsprechende Anlageprodukte auf den Markt bringt.

FRANKFURT. Der Vorstandschef und Gründer der Chicago Climate Exchange (CCX), Richard Sandor, entwickelt derzeit Derivate auf Wasser und bedrohte Arten. Der als „graue Eminenz der Terminbörsen geltende“ Sandor sieht großes Interesse von Hedge-Fonds und anderen Großinvestoren. Diese gewinnen seiner Ansicht nach auf doppelte Weise: durch die Renditen einer neuen Anlageklasse und durch die Bewahrung der Erde.

„Wir erkennen im Hinblick auf mehr Schonung für Mutter Erde riesiges Interesse“, sagte Börsenchef Sandor am Rande der weltgrößten Derivatekonferenz in Boca Raton. Sandor, der als Erfinder der „Financial Futures“ – eine der größten Erfolgsgeschichten der Finanzwelt in den vergangenen Jahrzehnten – gilt, hatte die CCX als erste Klimabörse der Welt im Jahr 2000 gegründet. Vorausgegangen war der Initiative eine von der Northwestern University Chicago veröffentlichte Studie.

Darin war die Notwendigkeit aufgezeigt worden, den Urstoffen der Erde nach außen sichtbar einen Preis zu geben. So sollte der Menschheit die Notwendigkeit für einen sinnvolleren Umgang mit der Natur bewusst gemacht werden. Erde, Luft und Wasser wurden in der Öffentlichkeit bis dahin als Güter gesehen, die der Menschheit weitgehend gratis zur Verfügung standen. Nicht zuletzt der Klimawandel und Umweltkatastrophen haben das Bewusstsein auf allen Ebenen verändert.

Sandors CCX hat als Marktplatz für natürliche Ressourcen maßgeblich vom Kyoto-Protokoll zur Reduzierung der Treibhausgase profitiert. Die CCX ist eine virtuelle Börse, auf der Mitglieder – führende US-Unternehmen – freiwillig Zertifikate und Futures auf Schwefeldioxid und Stickstoffdioxid handeln. Dagegen ist die im Jahr 2006 gegründete Schwesterbörse European Climate Exchange (ECX) in Amsterdam die mit Abstand führende Börse für den Kohlendioxid-Emissionshandel nach den Vorgaben der Europäischen Union (EU). Damit wird das Kyoto-Protokoll in der EU umgesetzt.

„Für immer mehr Finanzmarkt-Akteure ist dies eine neue sehr interessante Anlageklasse“, sagt Sandor. Er verweist auf zunehmende Aktivitäten von Hedge-Fonds und die steigende Zahl von Klimafonds. Daher konnten sowohl die CCX als auch die ECX zuletzt neue Rekordumsätze sowohl mit Emissionszertifikaten als auch mit Futures auf diese Produkte melden.

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