Anlageklasse wächst jährlich um 25 Prozent
Nachhaltigkeit bringt gute Rendite

Der Protest der Investoren gegen überzogene Vorstandsgehälter, Massenentlassungen oder Umweltzerstörungen auf Hauptversammlungen wird lauter; viele Anleger beginnen deshalb, ihr Geld in nachhaltige Investmentfonds zu investieren, die nach ökologischen, sozialen und ethischen Kriterien wirtschaften. Einst belächelt, werden sie ernst zu nehmende Anlagealternativen: Der Markt wuchs 2004 im deutschsprachigen Raum um 25 Prozent - fünf mal stärker als der übrige Markt.

DÜSSELDORF. "Der Trend wird sich fortsetzen", erwartet Andreas Knörzer, Direktor bei der Schweizer Bank Sarasin. Nachhaltigkeitsfonds schafften nicht nur Vertrauen, sondern es seien auch marktgerechte Renditen möglich, wie Fachleute in Frankfurt auf der ersten großen internationalen Konferenz in Deutschland zu "Sozial verantwortlichem Investment" (SRI) sagten. Viele Fonds seien noch zu klein, um dauerhaft bestehen zu können, warnt Knörzer.

Deutschland erlebt derzeit eine Aufholjagd. Der Marktanteil derartiger Fonds beträgt erst 0,5 Prozent; in Belgien, Großbritannien, den Niederlanden und der Schweiz sind es schon zwei Prozent. "In einigen Jahren werden sie zehn Prozent der Weltbörsen ausmachen", erwartet Professor Luigi Chiavarini vom US-Vermögensverwalter Investa. Sinnvoll wäre ein Nachhaltigkeitsindex für deutsche Unternehmen, regt Hanns Michael Hölz an, Nachhaltigkeitsmanager der Deutschen Bank. In vielen Ländern existieren nationale Indizes bereits.

SRI ist jedoch mehr als Fondsgeschäft. Das zeigt das Beispiel der belgisch-französischen Bank Dexia, die 16 Fonds betreibt. Die Bank untersucht (Screening) Aktienportfolios nach nachhaltigen Kriterien. Das Screening führt zu Ausschluss, Über- oder Untergewichtung von Titeln. "Wir verwalten mit acht Mrd. Euro bereits elf Prozent des uns anvertrauten Vermögens nach derartigen Kriterien", sagt Filip Corten, Senior Asset Manager.

Die BHF-Bank bewertet beispielsweise Titel der Indizes S&P s 500 und FTSE 300 mit einem "Non-Financial-Indicator". Vermögende Kunden können damit ihr Portfolio selbst gewichten oder kritische Aktivitäten und Branchen ausschließen. Die WestLB führte Mitte März einen "Non-Financial Risk Navigator" ein. Er bewerte Nachhaltigkeitsleistungen und Risiken und diene als Frühindikator, sagt Hendrik Garz, Leiter des SRI-Research der WestLB.

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