Anlagen
Die Anlage-Alternativen werden knapp

In Zeiten anfälliger Kapitalmärkte und hoher Währungsunsicherheiten drängt es Anleger in sichere Häfen. Aber die Auswahl an Investitionsmöglichkeiten ist schwieriger geworden. Für die Sicherheit bezahlen Investoren mittlerweile Knappheitspreise.
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NEW YORK/FRANKFURT. Bisher stehen Anleihen von Ländern wie USA oder Deutschland im Vordergrund. Doch für diese Sicherheit bezahlen Investoren mittlerweile Knappheitspreise: Die Kurse der Anleihen sind extrem hoch, entsprechend niedrig sind die Renditen.

Notenpressen laufen

Weltweit laufen die Notenpressen auf Hochtouren und lassen das Misstrauen vieler Investoren in Devisen wachsen. So wird in den USA erwartet, dass die dortige Notenbank Federal Reserve die Gelddruckmaschine erneut anwirft, um die Erholung der Konjunktur zu stützen. "Es halten sich Spekulationen, die Fed könnte ihre Bilanzsumme um bis zu eine Billion Dollar aufstocken", schrieb Fondsmanager David Kotok von Cumberland Advisors gestern in einem Brief an Kunden. Die Fed hatte mit einem billionenschweren Aufkaufprogramm für Kreditpapiere die Kapitalmarktzinsen gedrückt. Einige Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses FOMC, der am nächsten Dienstag tagt, darunter die gerade erst zur Fed-Vizechefin ernannte Janet Yellen, drängen auf die Wiederaufnahme dieser erst im März ausgelaufenen Maßnahmen.

Bislang galten Währungen wie der japanische Yen oder der Schweizer Franken als Fluchtburgen für risikoaverse Anleger. Doch die Interventionen der japanischen Regierung zur Schwächung des Yens machen deutlich, dass dieser seine traditionelle Rolle als Fluchtwährung nicht mehr ausfüllen soll, weil die Wirtschaft zu sehr darunter leidet. Die japanische Notenbank dehnt nun ebenfalls den Geldumlauf aus, um mit den zusätzlichen Yen Dollar aufzukaufen.

Auch die Schweiz lockerte nicht nur ihre geldpolitischen Zügel, sondern kaufte aktiv Euro gegen Franken auf, um eine Preisspirale nach unten durch sinkende Importpreise zu verhindern.

Der Euro wiederum wurde zuletzt durch die Schuldenkrise in der Euro-Zone als Fluchtwährung für sicherheitsorientierte Anleger uninteressant.

In dieser Lage rückt Gold wieder ins Bewusstsein. Am Dienstag trieb der schwache Greenback den Goldpreis auf ein neues Hoch von rund 1275 Dollar je Feinunze. "Anleger wollen sich gegen eine Dollarschwäche in den nächsten Jahren und damit einen Wertverlust absichern", sagt Michael Blumenroth, Goldhändler der Deutschen Bank.

 

Der Fokus auf einzelne Währungen kann sich jedoch schnell verschieben. Beispielsweise noch im Mai wurde der Goldpreis insbesondere durch die Schwäche des Euros nach oben getrieben. Ronald Stöferle, Analyst bei der Ersten Bank in Wien, sagt: "Immer häufiger ist das Argument: Gold kann nicht abgewertet und beliebig gedruckt werden." Carsten Fritsch von der Commerzbank formuliert ähnlich. Laut Fritsch steigt das Vertrauen in physische Anlagen wie Gold, während die Sorgen um das Papiergeld zunehmen.

Selbst Zentralbanken kaufen Gold

Auch für Zentralbanken scheinen Goldreserven an Bedeutung zu gewinnen. Experten der Anlagegesellschaft Blackrock sehen die Notenbanken seit 2008 wieder als Nettokäufer am Goldmarkt, nachdem sie lange als Verkäufer aufgetreten waren. Zuletzt kauften Bangladesch und Sri Lanka, Russland kauft sukzessive zu. China will seine Reserven langfristig aufstocken.

Norbert Häring berichtet für das Handelsblatt über Wirtschaftswissenschaften. Quelle: Pablo Castagnola
Norbert Häring
Handelsblatt / Ökonomie-Korrespondent

Kommentare zu " Anlagen: Die Anlage-Alternativen werden knapp"

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  • ich verstehe das Gerede um Gold nicht. Es ist eine Handelsware. im Zweifel wird man mit Gold sein kapital nicht retten. Ein investment in Handelsimmobilien mit einer Verzinsung von 7-9% scheint da eher angebracht. Denn sollten Rewe und Co. Pleite gehen ist euer Geld sowieso weg!

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