Anlagen im Ausland
Schwellenländer sind riskant

Anleger, die Geld in Aktien aus aufstrebenden Länder der Welt investiert haben, haben seit Ende des ersten Quartals erhebliche Summen verloren. Analysten sehen aber trotz der jüngsten Rückschläge Chancen für langfristige Anleger.

FRANKFURT. Anleger, die Geld in Aktien aus aufstrebenden Länder der Welt investiert haben, haben seit Ende des ersten Quartals erhebliche Summen verloren. Howard Silverblatt von Standard & Poor’s hat errechnet, dass die Börsen dieser Emerging Markets im Zeitraum von April bis Juni 2006 durchschnittlich einen Verlust von 3,5 Prozent verzeichneten, während die Börsen der Industrieländer wesentlich besser abschnitten.

Dieser kurze zeitliche Ausschnitt ignoriert indes die Tatsache, dass Investments in Schwellenländern durchaus reizvoll sind. Denn auf Sicht von zwölf Monaten bescherten Emerging-Market-Börsen den Anlegern bessere Renditen als die etablierten Aktienbörsen. Während der MSCI-EM-Index auf Jahressicht um 8,7 Prozent (in Dollar gerechnet) zulegte, wies der alle bedeutenden Börsen der Welt abbildende MSCI-Weltindex ein Plus von nur 4,8 Prozent auf.

Das Beispiel Türkei zeigt allerdings, wie riskant Investments in Emerging-Market-Börsen sind. Der türkische Aktienindex erreichte Anfang März ein Rekordhoch von 48 192 Punkten und fiel dann im Juli zeitweise leicht unter die Marke von 32 000 Punkten. Dies war ein Verlust von mehr als 34 Prozent. In jüngster Zeit hat sich der Index wieder auf 38 000 Punkte erholt, weil internationale Anleger weiter an eine positive wirtschaftliche und politische Entwicklung des Landes glauben. „Wir sehen hierin zunächst nur eine Reaktion auf die überzogene Minuskorrektur der Vormonate“, heißt es bei Garanti Securities in Istanbul. Die Garanti-Analysten betrachten die mittelfristige Entwicklung mit Optimismus.

Nach der im Monat Juni endenden Talfahrt scheinen die Aktienkurse nicht nur in der Türkei, sondern auch an den meisten anderen Schwellenländerbörsen Boden gefunden zu haben, wie die jüngste Erholung zeigt und auch aus aktuellen Zahlen von Emerging Portfolio Fund Research (EPFR) abzuleiten ist. Danach haben auf Emerging Markets fokussierte Investmentfonds sowohl im Aktien- als auch im Rentenbereich in den vergangenen Wochen wieder „robuste“ Kapitalzuflüsse verzeichnet. Gleichwohl stellen die Experten von EPFR die Frage, wie lange dieser Zufluss anhalten wird.

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