Anlagen in Zloty, Forint und Rand sind derzeit gefragt – Experten warnen vor Wechselkursrisiko
Fremdwährungskonten locken mit hohen Zinsen

Zinsen von vier bis gut zehn Prozent locken Anleger derzeit in Währungskonten. Besonders attraktiv werden aktuell Geldanlagen in polnischen Zloty, ungarischen Forint und südafrikanischen Rand verzinst.

FRANKFURT/M. Bei dieser Anlageform zahlt der Investor einen bestimmten Betrag zum aktuellen Wechselkurs auf das Konto ein, auf dem dann die Zinsen in der jeweiligen Währung gutgeschrieben werden. Will der Anleger über sein Geld verfügen, tauscht er es zum dann gültigen Kurs zurück. Steigt die Währung, auf die das Konto läuft, dann noch im Verhältnis zum Euro, kassieren die Investoren zusätzlich zu den Zinsen einen Wechselkursgewinn. Aber Vorsicht: Sinkt der Kurs, werden die Zinseinnahmen und womöglich sogar das eingesetzte Kapital reduziert.

Der Handel mit Währungen gilt denn auch als hoch spekulativ und ist sehr schwankungsanfällig. „Währungskonten sind etwas für risikobewusste Anleger, die die höheren Zinsen als Risikoprämie verstehen. Außerdem sollten sie die Wechselkursentwicklungen ständig im Auge behalten“, sagt Werner Decker, Geschäftsführer der American-Express-Bank. Investoren sollten zudem an der – kursbewegenden –politischen und wirtschaftlichen Lage des Landes interessiert sein, in dessen Währung sie ein Konto führen, rät Max Herbst von der Finanzberatung FMH. Schließlich bestimmt eher der Wechselkurs als die Zinshöhe darüber, was für den Fremdwährungsanleger unter dem Strich herauskommt.

„Derzeit sind vor allem Konten in Zloty und Forint gefragt“, hat Brigitte Bluhme, Devisenhändlerin bei der Sydbank, beobachtet. Wegen der EU-Osterweiterung gerieten Polen und Ungarn stärker in den Blickpunkt der Anleger. „Laut unserer Analysten wird sich der Zloty weiter gegen den Euro befestigen“, wirbt die Sydbank-Frau für Zloty-Konten. Rückschläge seien natürlich immer möglich, räumt sie ein. Für den Zloty sprechen auch die steigenden Leitzinsen, die die polnische Notenbank am vergangenen Mittwoch zum dritten Mal innerhalb der letzten drei Monate erhöht hat.

Decker von American Express favorisiert derzeit Forint-Konten. „Ungarn ist Euro-Beitrittskandidat und entwickelt sich wirtschaftlich sehr gut; auch politisch ist das Land stabil“, sagt Decker. Wer beispielsweise Ende 2000 ein Forint-Konto eingerichtet habe, könne sich heute über einen Wertzuwachs von 38,5 Prozent freuen, rechnet er vor. Allein sieben Prozent habe der Anleger – wenn auch unter Schwankungen – über Wechselkursgewinne realisiert.

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