Anlagestratege sieht trotz Krise seine Zukunft in Asien
Jim Rogers: Ein rastloser Querdenker wird sesshaft

"Russland ist instabil und kann zerfallen" - Jim Rogers ist ein Freund der offenen Worte. Dieses Mal spricht er sie auf einer Investorenkonferenz in Moskau. Der Anlageprofi sucht nach Gewinnmöglichkeiten in Osteuropa. Er denkt darüber nach, gegen den Rubel zu wetten, der sich bereits im freien Fall befindet.

FRANKFURT. Der schmale und nur 1,60 Meter große Rogers zählt zu den bekanntesten Anlagestrategen auf dem Globus. Vor vier Jahrzehnten gründete er mit George Soros den Hedge-Fonds Quantum, machte ein Vermögen damit und stieg dann aus. Seitdem widmete er sich privaten Geschäften und ausgedehnten Reisen.

Danach bekam die Welt den Rogers, wie sie ihn heute kennt: als Kämpfer für Rohstoffinvestments. Schon vor über einem Jahrzehnt begann er für Commodities zu trommeln und legte einen eigenen Index auf. Damals belächelten ihn viele Analysten mit Blick auf die Aktienmärkte. Das änderte sich mit den Jahren.

Sein düsterer Blick auf Russland heißt allerdings nicht, dass er Schwellenländer nichts zutraut. Im Gegenteil. Vor allem an China hängt sein Herz - in Anlagefragen, wie privat. Erst vor einem Jahr hat der Multi-Millionär sein Haus in New York verkauft, um seine Zukunftsplanung umzusetzen. Und die findet für ihn in China statt.

Ursprünglich sollte dabei Schanghai zur neuen Heimat werden. Doch Rogers gab seine Umzugspläne schnell auf: Die Luft war ihm zu schlecht. Die hohe Umweltbelastung wollte er seinen beiden kleinen Töchtern nicht zumuten. So hat er nun seine Zelte weiter im Süden in Singapur aufgeschlagen. Der Vorteil des Stadtstaates ist das zentrale globalen Luftkreuz, was ihm seine Reisen rund um die Welt erleichtert.

Rogers hat alles andere als eine typische Finanzkarriere hinter sich. Er nahm sich regelmäßig Auszeiten und ist durch die Welt gebummelt. Für die erste Reise in den neunziger Jahren reichte ihm ein Motorrad. Auf dem Trip entdeckte er die Potenziale der Schwellenländer und deren Rohstoffreichtum. Anfang des Jahrtausends durchquerte er bei einer zweiten Tour mit seiner Frau in einem umgebauten Mercedes 116 Länder.

Danach hatte er den Spitznamen Investment-Biker weg, schrieb Bücher über seine Anlageideen. Noch heute zeigt Rogers bei Vorträgen gerne sein Video: Wie er mit seiner Partnerin durch Wüsten düst, über orientalische Basare schlendert und in Krisengebieten mit bewaffneten Milizen spricht. Wirklich viel reisen will Rogers allerdings nicht mehr. Das wird mir langsam zu anstrengend, sagt der 66-Jährige im privaten Gespräch.

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