Anlagestratege zu Aktien, Anleihen, Euro und Öl
„Die Korrektur ist eine Chance“

Die Korrektur an der Börse sieht Oliver Postler als Chance, günstig Positionen aufzustocken. Der Anlagestratege der Hypo-Vereinsbank ist weiterhin positiv für Aktien gestimmt. Auf welche Märkte Anleger setzen sollten.
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Die Deutschen legen ihr Geld überwiegend in Sparanlagen an und damit weitgehend zinsbefreit. Oliver Postler plädiert für höhere Aktienquoten und rät Anleger, die jüngste Korrektur für günstige Aufstockungen ihrer Aktienanlagen zu nutzen. Vor allem europäische Aktien bieten gute Chancen, ist der Chefanlagestratege im Private Banking & Wealth Management der Hypo-Vereinsbank überzeugt.

Herr, Postler, der Dax schwankt derzeit extrem. Ist das ein Vorgeschmack oder etwa schon der Beginn einer kräftigen Korrektur?
Der Dax hat einen sensationellen Jahresstart hingelegt. Die aktuelle Konsolidierung ist gesund und bietet bei niedrigeren Kursen interessante Einstiegsmöglichkeiten.

Die Nervosität an den Märkten ist derzeit extrem hoch. Erwarten Sie einen turbulenten Börsensommer?
Börsen laufen der wirtschaftlichen Entwicklung oftmals voraus oder auch mal hinterher. Da ist dann ab und zu ein Realitätscheck erforderlich. Die begonnene Konsolidierung könnte sich einige Wochen hinziehen. Erforderlich für weitere nachhaltige Kursgewinne sind steigende Unternehmensgewinne. Die sehen wir insbesondere in Europa als wahrscheinlich an. Insoweit bleiben wir für Aktien weiter positiv gestimmt.

Kommt es zum Grexit und was passiert dann an den Aktienmärkten?
Wir gehen weiter von einer Einigung in letzter Minute zur Auszahlung der letzten Tranche aus dem zweiten Hilfspaket aus. Das Risiko für einen Default Griechenlands ist aber gestiegen. Ein Austritt aus der EWU wäre für Griechenland ein Desaster, für die Euro-Zone aber verkraftbar. Allerdings dürfte dies einhergehen mit vorübergehenden Verlusten auch für andere Aktienmärkte. Die Kursschwäche wäre eine Kaufgelegenheit.

Grundsätzlich sind die Aussichten für europäische Aktien aber gut?
Die Euro-Schwäche, der gefallene Ölpreis und das Niedrigzinsumfeld sind kräftiger Rückenwind für Unternehmen. Ein weiterer Treiber ist der Konsum. Vor allem Deutschland geht es richtig gut. Niedrige Arbeitslosigkeit, steigende Beschäftigung, etwa 3,5 Prozent Lohnsteigerung und eine kaum vorhandene Inflation stützen. Allein durch den niedrigen Ölpreis spart jeder Haushalt etwa 750 Euro pro Jahr, auch das unterstützt den Konsum und wirkt sich positiv auf das Wachstum in 2015 und 2016 aus.

Also europäische Aktien kaufen?
Aktien sind bei einem mittel- bis langfristigen Anlagehorizont alternativlos. Faktisch haben wir schon heute real Negativzinsen in weiten Teilen des Anleihesektors. Mit den vermeintlich sicheren Anlagen ist nach Kosten, Inflation und Steuern realer Werterhalt über die nächsten Jahre kaum zu realisieren. Wenn es keine Zinsen mehr gibt, rücken Aktien unweigerlich in den Fokus. In Europa zieht das wirtschaftliche Momentum an. Daher bevorzugen wir derzeit europäische Aktien. Die Unternehmensbilanzen sind in der Breite sehr solide und die Gewinnperspektiven gut. Die Unternehmen sitzen auf hohen Cash-Polstern. Das schafft auch Freiraum für höhere Dividenden.

Kommentare zu " Anlagestratege zu Aktien, Anleihen, Euro und Öl: „Die Korrektur ist eine Chance“"

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  • Das Handelsblatt sollte endlich mal dazu übergehen, nicht mehr die Meinung von abhängig beschäftigten "Anlageexperten" zu veröffentlichen.
    WAS, selbst wenn Herr Postler anderer Meinung wäre, würde er wohl zum besten geben bzgl. der Börsen?
    Die HVB braucht schließlich die Provisionen aus dem Verkauf von Geldanlagen dringender denn je.
    So rufen also Meinungen von HVB, Deka, DWS und co. nur ein müdels Lächeln hervor und sie nicht informativ, da nicht reflektiert!

  • Frau Schwarzer, natürlich sind Korrekturen eine Chance.
    Natürlich sind tiefe Kurse ein Chance zu Einstieg.
    Frage: Bleibt es bei der Korrektur (?) oder wird es mehr und wie weit gehts dann runter.
    Und wann ist denn unten?
    All das weiß man erst hinterher, gell!

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