Anlagestrategie
Anleger warten auf den Herbst

Börsenstrategen freuen sich schon auf den Herbst. Denn dann wird es endlich aufwärts gehen, glauben sie. Warum Analysten davon ausgehen, dass die Aktienkurse im vierten Quartal kräftig anziehen werden.

FRANKFURT. Das dritte Quartal hat kaum begonnen, da wünschen sich viele Börsenstrategen bereits die Herbst- und Wintermonate herbei. Der Grund: Während die Aktienkurse von Juli bis September eher stagnieren dürften, erwarten die Experten der Banken, dass es gegen Jahresende deutlicher nach oben geht an den Börsen. Die Strategen der Unicredit beispielsweise haben gerade erst ihr Dax-Ziel für das Jahresende von 4 650 auf 5 100 Punkte nach oben gesetzt und rechnen ab dem Herbst mit dem größten Schub.

"Was wir in den vergangenen Tagen gesehen haben, von steigenden Auftragseingängen bis zu einer höheren Industrieproduktion, von greifenden Fiskalprogrammen weltweit bis zur Stabilisierung in China, trägt zu einer verhalten positiven Tendenz bei", sagt Thorsten Weinelt, Leiter der Analyse-Abteilung dort. Ein Plus von rund zehn Prozent gegenüber dem aktuellen Dax-Niveau hält er dabei durchaus für realistisch. Zumal rein optisch dann einiges an positiven Impulsen möglich scheint; immerhin waren im Schlussquartal 2008, das als Vergleichsbasis gilt, die Aktienkurse besonders kräftig abgeschmiert. "Jetzt reicht eine marginale Erholung, um wieder für Fantasie bei den Anleger zu sorgen. Dazu braucht es keinen starken Anstieg, eine Stabilisierung reicht", sagt Weinelt.

Bis es so weit ist, brauchen die Anleger allerdings noch etwas Geduld. "Die Märkte haben viel vom Konjunkturzyklus vorweggenommen", sagt Christian Heger, der bei HSBC Trinkaus die Anlagestrategie verantwortet. Deswegen könnten jetzt erstmal Wochen, vielleicht gar Monate der Seitwärtsbewegung drohen. Im vierten Quartal könnte die Erholung dann aber so weit führen, dass die Indexstände vom Mai übertroffen werden. Beim Dax waren das 5 144 Punkte. Seinen zwischenzeitlichen Tiefstand hatte der deutsche Leitindex im März bei unter 3 600 Punkten markiert.

Auch bei Goldman Sachs in London glaubt man nicht daran, dass sich den Sommer über allzu viel tun wird. Dass sich die Märkte anschließend aber um einiges nach oben bewegen könnten, hat für Chefstratege Peter Oppenheimer gleich mehrere Gründe: Zum einen schätzt er die Bewertungen vieler europäischer Titel im Moment als fair ein. Mittelfristig sieht er vor allem wegen der weiterhin hohen Dividendenrenditen Potenzial für Aktien; selbst, wenn die Ausschüttungen an die Aktionäre im kommenden Jahr um 30 Prozent gekappt werden würden, sähen sie seiner Ansicht nach im Vergleich zum Anleihemarkt noch immer attraktiv aus.

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