Anlagestrategie
Bei der Boom-Börse Brasilien fließen Gewinne ab

Im Heimatland des Samba folgt die Börse klassischen Regeln. "Sie steigt mit den Gerüchten und fällt mit dem Ereignis", sagt der brasilianische Bank-Manager Walter Mendes von der Banco Itaú. Daher überraschte es weder die Märkte noch die Analysten, dass Brasilien innerhalb eines Monats erneut als guter Schuldner ausgezeichnet wurde. Allerdings wird die Luft an der brasilianischen Börse dünner.

SAO PAULO. Nachdem die Rating-Agentur Fitch die Bonität Brasiliens vergangene Woche auf die Note BBB heraufgestuft hatte, nahmen die Börsianer in São Paulo dann Gewinne mit. Auch zum Wochenauftakt gab der Bovespa-Index der 66 wichtigsten Konzerne weiter leicht nach.

Vor einem Monat hatte das Upgrade durch Standard & Poor?s die brasilianische Börse dauerhaft auf ein rund zehn Prozent höheres Kursniveau katapultiert. Zu Wochenbeginn bescherte die Hochstufung einer unbedeutenden kanadischen Risikoagentur der Börse weitere drei Prozent. "Doch jetzt sind für die nächste Zeit keine weiteren Schlüsselereignisse mehr zu erwarten", sagt Mendes.

Juliana C. Braga von UBS Pactual glaubt ebenfalls, dass das zweite Upgrade das Brasilien-Risiko verringert hat, fürchtet aber gleichzeitig um das Potenzial, auch in Zukunft kurzfristige Gewinne einstreichen zu können. Niemand werde Brasilien jetzt noch "entdecken", sagt sie.

"Die Reaktion der Investoren zeigt, dass die Zeiten kontinuierlicher Indexanstiege jetzt vorbei sind", stellt auch Finanzberater Rogerio Betti von Beta Advisors in São Paulo fest. Die meisten Investmentbanken haben mit der zweiten Hochstufung ihr Indexziel bis Jahresende nicht verändert. Unibanco und Itaú halten am Index von 80 000 bis Dezember dieses Jahres fest, rechnen also mit einem Kurspotenzial von etwa 10 Prozent.

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