Anlagestrategie
Börsen: Kommt jetzt die Wende?

Mit der Schweinegrippe ist den Aktienmärkten ein weiteres Risiko entstanden. Auch an zahlreichen anderen Stellen lauern Gefahren für den jüngsten Aufwärtstrend. Experten rechnen daher mit einer Kurskorrektur. Doch die Anlagenot vieler Investoren könnte dem entgegenstehen.

DÜSSELDORF. Sechs Wochen ging es an den Aktienmärkten stetig bergauf, jetzt ist die Unsicherheit zurück. Die US-Börsen gaben nach Verlusten am Freitag auch am Montag nach, in Asien rutschten der japanische Nikkei und andere Indizes am Dienstag kräftig in den Keller. Auch der Dax macht da keine Ausnahme und verabschiedet sich erstmal von seinen jüngsten Hochs.

Auf der Suche nach Gründen für den Stimmungswechsel landen Börsenbeobachter schnell bei der Schweinegrippe, die in Mexiko bereits 150 Todesopfer gefordert hat und die Furcht vor einer weltweiten Pandemie schürt. Doch ein Blick auf die Verliererlisten der Börsen zeigt ein anderes Bild: Angeführt werden diese gerade nicht von den Werten, die beispielsweise während der Vogelgrippe in Asien am stärksten gelitten haben. Luftfahrt- und Tourismusaktien fallen zwar mit dem Markt zurück, aber eben nicht überdurchschnittlich. Im Dax schnitten Titel der Lufthansa am Morgen mit einem geringen Minus von 0,2 Prozent sogar deutlich besser ab als der Index selbst, der 2,5 Prozent verlor. Und auch das Minus von fast zehn Prozent am Vortag lag im Wesentlichen daran, dass die Lufthansa-Aktie am Montag erstmals ohne die Dividende von 70 Cent gehandelt wurde.

Auffällig hohe Verluste gibt es stattdessen im Finanzsektor und bei zyklischen Werten wie Stahlherstellern - also bei Titeln, die zuletzt besonders stark zugelegt hatten. "Letztendlich ist es das gewohnte Spiel, dass nach einem Anstieg in der Vorwoche ein paar Gewinne mitgenommen werden", sagt Ascan Iredi, Leiter des Aktienhandels bei der Postbank. Einen großen Einfluss der Meldungen über die Schweinegrippe sieht er bisher nicht."

Bei Gewinnmitnahmen wird es in den kommenden Wochen aber womöglich nicht bleiben. Viele Experten erwarten nach dem steilen Anstieg der Aktienkurse - der Dax hat seit Anfang März mehr als ein Viertel bzw. rund 1 000 Punkte zugelegt - schon bald eine Gegenbewegung nach unten. "Fundamental spricht zurzeit nicht viel für einen weiteren Anstieg", sagt Iredi. Wenn die Volkswirte mit ihren jüngsten Prognosen Recht behalten, wonach die Krise noch weit über 2009 hinausreichen wird und nun auch in Europa zunehmend auf den Arbeitsmarkt übergreift, droht sogar eine schärfere Korrektur."

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