Anlagestrategie: Buffett und der Heilige Gral der Börse

Anlagestrategie
Buffett und der Heilige Gral der Börse

Seine Anlageerfolge sind legendär. Warren Buffett gehört zu den erfolgreichsten Investoren der Welt. Geschickte Aktienkäufe machten ihn zum Multimilliardär. Wie Buffett seine Super-Aktien findet.
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DüsseldorfSein Erfolgsrezept ist ebenso einfach wie genial: Warren Buffett setzt auf Unternehmen, die einen dauerhaften Wettbewerbsvorteil haben und eine marktbeherrschende Stellung genießen. Zu seinen Lieblingsaktien zählen der Getränkekonzern Coca-Cola, die Ratingagentur Moody’s und der Kaugummihersteller Wrigley. Heerscharen von Anlegern verfolgen genau, was das Orakel von Omaha kauft – und tun es ihm nach.

Oder sie beteiligen sich gleich an seiner Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway und profitieren so von den Anlageentscheidungen des Starinvestors. Denn von einigen Ausnahmen abgesehen hat Warren Buffett in den vergangenen Jahrzehnten ein mehr als glückliches Händchen bei der Aktienauswahl gehabt.

Doch wie genau wählt er seine Super-Aktien aus? Das beantworten Mary Buffett, die von 1981 bis 1993 mit Warren Buffetts Sohn Peter verheiratet war, und David Clark, Portfolio-Manager und langjähriger Freund der Familie. Die beiden Autoren haben bereits mehrere Bücher über den 82-Jährigen und seine Anlagestrategie geschrieben. „So liest Warren Buffett Unternehmenszahlen“ heißt ihr neuestes Werk. Punkt für Punkt gehen sie das Zahlenwerk durch, erklären einzelne Kennzahlen und ihre Bedeutung für Buffetts Anlagestil. Auf welche Daten und Fakten kommt es ihm an, welche lässt er links liegen.

Bilanzen lesen, das klingt erst mal ziemlich trocken. Ist es auch. Doch die Analyse à la Buffett bietet einen echten Mehrwert – zumal die Autoren immer wieder kleine Anekdoten aus dem Leben des  Investors einstreuen. Sie verraten etwa, warum der 82-Jährige keine Technologieaktien kauft. Das hat nämlich vor allem einen Grund: Von Technik versteht er schlicht und einfach nichts! Und was er nicht versteht, kauft Buffett bekanntlich nicht.

Von anderen Produkten und Dienstleistungen versteht er dafür umso mehr. Seiner Treffsicherheit bei der Aktienauswahl – er liegt mit seinen Prognosen nur selten falsch – verdankt er seinen Spitznamen: das Orakel von Omaha. Mit magischen Kräften hat sein Erfolg allerdings nichts zu tun, sondern mit seiner speziellen Art, Aktien auszusuchen.

Kommentare zu "Buffett und der Heilige Gral der Börse"

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  • Das mit der Sachkenntnis...

    Sie schreiben selbst, daß der Dollar in den letzten 11 Jahren an Wert verloren hat. Das heißt für einen deutschen Aktionär, daß dies die Rendite in Euro geschmälert hat. In USD ist die Aktie recht ordentlich gestiegen (wenn auch nicht mehr so stark wie früher), in Euro ist davon leider (fast) nichts übergeblieben.

    Sie hatten weiter geschrieben, daß nur Buffett groß verdient habe, aber seine Aktionäre nicht. Das stimmt einfach nicht, denn groß Gehalt hat er nicht bekommen. Und unter dem (relativ) schwachen Kurs der Aktie leidet er als größter Aktionär selbst am meisten.

    Und daß seine Ideen immer noch funktionieren, zeigt der letzte Quartalsbericht.

  • Das Buch ist leider etwas älter. Seit einiger Zeit ist Buffett in einem Technologie-Unternehmen wie IBM investiert wovon er angeblich nichts versteht, und das negativ Beispiel GM (General Motors) im Buch gehört auch mittlerweile zu Buffetts Portfolio. Soweit zu Buffetts Analysen bezüglich Bilanzen. Ich glaube Mary Buffett ist nur darauf erpicht ihre Bücher mit Buffetts Name und Berühmtheit an den Mann und Frau zu bringen, ohne wirklich wichtige Informationen zu vermitteln. Buffett ist ein Value-Investor, der für sich eine Methode entwickelt hat, welche nur zu ihm passt. Weder ein Fondsmanager noch ein Privatmann kann ihm nach machen. Übrigens er genießt einen ausgezeichneten Informationsvorteil: Er ist bis zu 18% bei Raitingsagentur Moody´s beteiligt. Er bekommt also die wichtigsten Insiderwissen für seine Investmententscheidungen, die er braucht. Das ist auch der Grund, warum er nur kleine Fehler macht. Ein Privatinvestor kann nicht alles wichtige über ein Unternehmen wissen, daher macht er auch häufiger Fehler und verliert Geld. Nach klassischer Buffett-Methode kann man leider heute keine Aktien kaufen, denn sie sind bereits nur teuer zu haben.Kauft jemand trotzdem, um sie lange zu halten, wird er Geld verlieren. Weil wir in den nächsten zwei/drei Jahren einen weiteren Finanz-u. Börsencrash erleben werden, was sehr wahrscheinlich ist. Wer sich aber 2009 für gute Value-Aktien entschieden hatte, der braucht sich keine Sorgen zu machen, denn diese Aktien haben sich bis jetzt mindestens verdreifacht. Allen Börsenturbolenzen in 2011 zum Trotz, stehen sie gut da.

  • Aktien zu empfehlen ist eigentlich nicht mein Ding. Dann gibt es plötzlich politische Negativnachrichten und man ist der Buhmann.^^

    Eine Ausnahme hatte ich Mitte Dezember letzten Jahres gemacht. Es ging glaube ich, im Artikel um ausländische Aktien und deren Chancen. Damals hatte ich, und Anfangs dieses Jahres, auf WKN 878347 hingewiesen. Diese Bank hatte im letztem Jahr ein Wachstum über 20%, sehr interessante Neuanbahnungen getätigt und ein hervorragendes Management. Trotzdem ist die Aktie nicht gelaufen, was an den Euroturbolenzen lag. Hatte also Aufholbedarf.
    Diese Aktie ist es Wert zu beobachten. Thailand ist ein sehr interessanter Wachstumsmarkt und politisch, auch wenn das manchmal anders scheint, sehr stabil.

  • Danke gleichfalls!

    Meine Sachkenntnis basiert auf der Tatsache, dass ich die Aktie seit 11 Jahren halte, wie man oben lesen kann.

    Damals stand der Dollar weit unter 1 Euro. Der Dollarkurs hat also noch Wertzuwachs gebracht. Nur die allerletzten Jahre wirkte der Dollarkurs negativ. Aber von denen habe ich ja nicht geschrieben.

    Buffet ist einer der reichsten Menschen der Welt. Welches Taschengeld er sich zugesteht ist mir eigentlich egal und hat auch nichts mit dem Thema zu tun.

    Unterm Strich geht es doch hier darum, dass die Presse eine Legende aus vergangenen Zeiten hoch jubelt, dessen Idee nicht mehr funktioniert. Falls in dem heutigen Chaos überhaupt noch was "funktioniert".




  • Zu Punkt 2) und 3) das ist nicht wahr. Wenn man sich die prozentuale Schwankung von großen Indizies (Dow Jones, S&P, DAX, ...) anguckt, dann ist die relative Volatilität gesunken. D.h. das die täglichen Schwankungen insgesamt abgenommen haben. Wenn man das Extrema der Finanzkrise herausnimmt, dann dann haben wir die ruhigsten Börsenzeiten seit Jahrzehnten. High Frequency Trading und Leerverkäufe bewirken vor allem eine Abnahme des Risikos. Es ist hilfreich ganz einfach mal langfristige Kursreihen mit statistischen Werkzeugen zu betrachten, statt schwarzmalenden Journalisten zu glauben.

  • Viele nützliche Ratschläge, aber die entscheidende Frage nach dem richtigen Timing (wann kaufen bzw. verkaufen) wird nicht beantwortet. Buffet konzentriert sich auf die Fundamentalanalyse. Ich habe aber den Eindruck, dass die Börse immer mehr zur Zockerbude verkommt. Man kann sich weder auf Fundamentaldaten noch auf Chartanalysen verlassen. Das hat folgende Gründe:

    (1) Die Börse wird mehr als sonst durch Einflüsse der Politik (indirekt) beeinflusst: Geldüberflutung durch EZB, FED, Ängste wegen Euro-Krise...

    (2) Durch den Hochfrequenzhandel werden Kurse in die eine oder andere Richtung gedrückt. Der ehrliche Aktienhändler hat dagegen keine Chance

    (3) Die Zahl der Investoren nimmt ab, die der Spekulanten zu. Durch Leerverkäufe verstärken sie Kursrückgange und lösen dadurch eine Abwärtsdynamik aus, die kaum noch zu stoppen ist. Man sieht das an Aktien, die entgegen dem allg. Trend monatelang im Abwärtstrend sind, obwohl es keine neuen negativen Nachrichten gibt.

  • Ein von jeder Sachkenntnis freier Beitrag.

    Die Berkshire-Aktie ist in der Tat in den letzten Jahren nicht gut gelaufen. Für deutsche Aktionäre lag das vor allem am gefallenen Kurs des US-Dollar, der viel Rendite vernichtete.

    Im Übrigen bekommt Buffett seit Jahren ein Festgehalt von 100.000 Dollar im Jahr. Der allergrößte Teil seines Vermögens (nach eigener Aussage rund 99 %) besteht aus Berkshire-Aktien. Und damit ist er ebenso "Leidtragender" der eher schwachen Kursentwicklung wie alle anderen Aktionäre.

  • @oldi
    Gratulation! Und was haben Sie jetzt im Depot?

  • Gebe Ihnen vollkommen recht - Buffet ist Vergangenheit.
    Halte seine Aktie seit ca. 12 Jahren: 11 Jahre nix passiert, im letzten Jahr dann etwas.

    Reich ist nur Buffet geworden, seine Aktionäre jedenfalls nicht.

  • "Denn Buffett nicht nur für seine Anlageerfolge bekannt..."

    Die Rechtschreib-Profis vom Handelsblatt... Wie können solche Fehler überhaupt passieren??? Werden die Journalisten vor der Hauptschule weggefangen?

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