Anlagestrategie
Chinas Aktienmarkt in der Sackgasse

Um die Inflation einzudämmen hat die Regierung die Zufuhr frischen Geldes in die Wirtschaft stark gedrosselt. Das dämpft auch deutlich den Optimismus der Anleger.
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Peking Die Furcht vor einer Konjunktureintrübung belastet den chinesischen Aktienmarkt. So niedrig wie aktuell stand Chinas maßgebliches Kursbarometer seit September vergangenen Jahres nicht mehr. „In den kommenden Monaten werden die Notierungen wohl weiter schwach ausfallen“, sagt Analyst Zeng Hongyu von Guoyuan Securities in Peking. Ursache sei die Geldpolitik der Regierung. Um einer Überhitzung der Wirtschaft entgegenzuwirken, verknappt Peking derzeit das Geld.

Unter dieser Marktschwäche leidet aktuell der Börsengang des Elektroauto-Spezialisten Build Your Dreams (BYD) in Shenzhen. Statt wie geplant Aktien im Wert von 2,2 Milliarden Yuan auszugeben, muss sich das Unternehmen mit einem Erlös von 1,4 Milliarden Yuan (150 Millionen Euro) begnügen. Das ergibt sich aus dem gestern bekanntgegebenen Ausgabepreis von 18 Yuan pro Aktie.

„Wir hätten den Börsengang noch verschoben, doch der Prozess war zu weit fortgeschritten“, heißt es aus Firmenkreisen. Der legendäre US-Investor Warren Buffett hält einen Anteil von etwa zehn Prozent an BYD und hat erst kürzlich sein Vertrauen in das Management bekräftigt. Doch selbst dieser zugkräftige Name scheint die Anleger nicht mehr zu überzeugen.

Kein Wunder: Die Wirtschaftslage spricht gegen steigende Kurse. Die zunehmende Inflation werde die Regierung zu Zinserhöhungen und einer Drosselung der Kreditvergabe zwingen, sagt Analyst Zeng. Wenn die Firmen infolgedessen weniger investieren, werde die Wirtschaft insgesamt langsamer wachsen. Das dürfte sich auch in den Gewinnen der kommenden Quartale niederschlagen.

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