Anlagestrategie
Deutsche Bank warnt vor China-Aktien

Ein Anlagestratege der Deutschen Bank kritisiert den staatlichen Einfluss auf chinesische Unternehmen. Er stellt große Verwerfungen an den Börsen fest – und rät von China-Aktien ab.
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FrankfurtJohn-Paul Smith hält nichts von staatlichen Eingriffen in die Wirtschaft. Genau aus diesem Grund sieht der Anlagestratege der Deutschen Bank viele chinesische Aktien mit Skepsis. „In vielen Fällen sind die Unternehmen angeblich privat“, erklärte Smith im Interview mit Bloomberg News. „Doch wenn man sie sich genauer ansieht, ist der Staatseinfluss ziemlich groß.“

Der Experte stellt starke Verzerrungen auf dem chinesischen Aktienmarkt fest. „Es sind eher die hohen Bewertungen im Rest des Marktes als die niedrigen Bewertungen für staatliche Firmen, die ich sehr riskant finde“, sagte Smith. Investoren haben „sich in eine relativ kleine Anzahl von Aktien gedrängt“. Investoren haben zuletzt Aktien von staatlich kontrollierten Banken, Rohstoffunternehmen und Industriekonzernen verkauft, und stattdessen in Unternehmen aus der Privatwirtschaft des Landes, die vor allem Konsumgüter und Dienstleistungen anbieten.

Nicht-staatliche Unternehmen wie Tencent, die größte Internetfirma in Asien, und der Milchpulverproduzent Biostime International, haben starke Kursanstiege bei ihren Aktien erlebt. Tencent ist die teuerste Aktie im MSCI-China-Index. Dahinter folgen Biostime und der Snack-Hersteller Want Want China Holdings. Verantwortlich dafür sind nicht zuletzt die Wetten der Investoren darauf, dass diese Titel besonders stark vom Umbau der chinesischen Volkswirtschaft von einer Exportorientierung hin zu einer stärkeren Binnennachfrage profitieren werden.

Smith hatte Investoren bereits im Dezember 2010 zum Verkauf von Aktien aus China geraten. Er verwies auf Bedenken zu staatlichen Eingriffen in die Wirtschaft sowie auf eine drohende Konjunkturabkühlung.

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