Anlagestrategie
Die Party geht weiter

Die Aktienmärkte präsentieren sich von ihrer besten Seite. Ein Ende der Rally ist nicht in Sicht. Gewinne laufen lassen, lautet die Devise. Welche Märkte jetzt attraktiv sind und wie Anleger Risiken reduzieren können.
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DüsseldorfNeue Höchststände bei Dax, Dow Jones oder S&P: Fast schon im Wochentakt eilen die Aktienmärkte von einem Hoch zum anderen. Doch von Euphorie ist weit und breit keine Spur. Kein Vergleich zur Begeisterung, die zur Jahrtausendwende herrschte, als die Internet-Manie die Aktienkurse auf neue Höchststände trieb und Aktien zum allgemeinen Gesprächsthema wurden. Im Börsenfieber kauften Anleger im Jahr 2000 Aktienfonds im Wert von 65 Milliarden Euro.

Doch jetzt trauen sie dem Braten nicht: In diesem Jahr verkauften sie trotz der Jubelstimmung von Januar bis September Anteile an Aktienfonds im Wert von 3,8 Milliarden Euro. Nach dem Motto: Die Party ist zwar spitze, doch wir wollen uns nicht noch einmal die Finger verbrennen.

Dabei stehen die Zeichen gut, dass die Party weiter geht: „An Aktien führt derzeit kein Weg vorbei. Mit Anleihen können Anleger im Moment nicht einmal die Inflationsrate ausgleichen und auch alternative Anlagen wie Rohstoffe enttäuschen“, sagt André Will-Laudien, Leiter Research bei der Privatbank Donner & Reuschel. Das Bankhaus rechnet auch im kommenden Jahr mit einem anhaltenden Aufwärtstrend: „Unser Kursziel für den Dax liegt bis Ende 2014 bei 9.700 Punkten. Zwischenzeitlich halten wir es aber auch für möglich, dass der Dax die Marke von 10.000 Punkten überschreitet“, sagt Will-Laudien.

Doch mit großer Sicherheit verliert die Börsenrally an Fahrt. Die Zeiten zweistelliger prozentualer Zuwächse sind vorbei, lautet die Einschätzung von Andreas Utermann, der bei Allianz Global Investors die Investmentpolitik verantwortet: „Ich würde nicht sagen, dass Aktien überbewertet sind. Aber die Luft wird dünner.“ Utermann hält im kommenden Jahr an den Aktienmärkten Renditen von sieben bis neun Prozent für wahrscheinlich. Im Moment jedenfalls spricht nichts für eine Trendwende an den Börsen: „The trend is your friend“ ist derzeit ein treuer Begleiter für Anleger. So lange die Notenbanken die Geldschleusen geöffnet haben, ist ein Ende der Börsenparty nicht in Sicht. Denn nach der Zinssenkung der Europäischen Zentralbank treibt der Anlagenotstand Investoren in Aktien.

Allerdings sollten Anleger die hohen Schwankungen an den Aktienmärkten im Blick haben: „Wir empfehlen, Gewinne laufen zu lassen und Kursrisiken abzusichern. Das geht am besten durch einen dynamischen Stopp-Loss, den Anleger je nach Risikobereitschaft fünf bis zehn Prozent unterhalb des aktuellen Kurses setzen sollten“, betont Will-Laudien. Fällt der Aktienkurs unter diese Schwelle, werden die Papiere automatisch verkauft. Damit begrenzen Anleger Kursrisiken und der Stopp-Kurs wird automatisch nach oben gezogen, wenn die Kurse weiter zulegen.

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