Anlagestrategie

Die Stunde der Wahrsager

Die Unsicherheit könnte kaum größer sein: Wegen der Schuldenkrise in Europa wagt kaum ein Experte einen optimistischen Ausblick auf das kommende Jahr. Einen Ratschlag für Anleger haben sie trotzdem parat.
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Ob die zukünftige Kursentwicklung in der Kugel zu finden ist? Quelle: Getty Images

Ob die zukünftige Kursentwicklung in der Kugel zu finden ist?

(Foto: Getty Images)

FrankfurtEs war so etwas wie ein ungeschriebenes Gesetz an den Finanzmärkten: Wer Sicherheit wollte, der investierte sein Geld in die Staaten der entwickelten Welt, wer dagegen mehr Rendite mit mehr Risiko erkaufen wollte, der ging in Unternehmen. Spätestens seitdem die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) selbst dem bisherigen Eliteschuldner Deutschland gedroht hatte, ihm die Bestnote zu nehmen, hat sich das Blatt entscheidend gewandelt.

„Unternehmen sind die besseren Staaten“, bringt es Ulrich Stephan von der Deutschen Bank auf den Punkt. Als Global Chief Investment Officer ist er so etwas wie der oberste Anlageberater von Deutschlands einziger Bank mit Weltruf. Statt in Staatsanleihen zu investieren, rät er seinen Kunden für das kommende Jahr zu dem, was die Unternehmen so zu bieten haben, nämlich Aktien und Anleihen.

Der Grund: Viele Unternehmen mit dem Siegel Investmentgrade - das geht bei den Ratingagenturen S&P und Fitch hinab bis zu den Noten BBB- und bei Moody's bis auf Baa3 - haben gewöhnlich gesunde Bilanzen und eine solide Finanzierungsstruktur. „Börsennotierte Unternehmen in Europa weisen die niedrigste Verschuldung seit 15 Jahren auf“, weiß Heiko Veit, Leiter des Aktienteams „Wachstum“ beim Bankhaus Metzler.

Das lässt sich von vielen Staaten mittlerweile nicht mehr behaupten. Trotzdem bieten die selbst bei gestiegenem Risiko lediglich Minirenditen. Rund zwei Prozent für zehnjährige Bundesanleihen und US-Staatstitel bringen nicht mal das, was die Inflation im Moment auffrisst.

Die Krise schlägt nicht nur in Europa zu, auch die Amerikaner sind besorgt. „Um es mal deutlich zu sagen. Wir werden entweder ein ernstes Kreditereignis haben mit Folgen mindestens so schwerwiegend wie die Lehman-Brothers-Insolvenz oder Aktien sind wohl ein Kauf“, so Ian Scott, US-Marktstratege bei Nomura Securities.

Mit anderen Worten: Entweder eskaliert die Euro-Krise - und dann gehen die Kurse auch in den USA in den Keller - oder Europa schafft eine Lösung. Dann sind US-Aktien angesichts der Gewinnsteigerungen der Firmen der vergangenen Jahre und des erwarteten, moderaten Konjunkturplus von gut zwei Prozent am Heimatmarkt günstig bewertet.

Im schlimmsten Fall droht ein Crash
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10 Kommentare zu "Anlagestrategie: Die Stunde der Wahrsager"

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  • ..
    KURSZIEL BLEIBT 8100 IM DAX BIS MITTE 2013
    ..
    derzeit BÄRENMARKTRALLY bis 6430 / 6595
    anschl. KORREKTUR...... bis 5400 / 5600
    ..
    dann ist der weg charttechnisch frei...!!
    ..
    die gewinnkorrekturen für 2012 sind in den
    kursen enthalten ..
    ..
    die meisten aktien weisen ein historisch
    niedriges KGV auf und sind mit einer sehr
    hohen dividentenrendite ausgestattet zt.
    bis zu 6 bis 7 %..
    ..
    einige aktien notieren zzt. nahe dem 52 wo.
    tief und sind also auch charttechnisch ein
    kauf..
    ..
    ..
    konservativ
    ..
    allianz........manolandpleite einmalige abschr.
    daimler........vk eads-anteile..einstieg chinafond 10%
    deutsche post..sonderdividende
    münchner rück..prämienerhöhungen wegen naturkatastrophen
    ..
    spekulativ
    ..
    commerzbank... kurspotential,kurs zu stark gesunken..kgv 2
    heideldruck... 2012..drupa..konkurrent manoland insolvent
    klöckner...... mitte 2012 anstieg der stahlnachfrage
    ...............hoch.tief.€ 23.32..€ 8.20
    ..
    kaufen mit limit und in mehreren positionen je aktie
    ..

  • Tja,
    wer mit dem Feuer spielt,
    kann sich die Finger verbrennen.

    Manchmal auch darin umkommen.

    Die in der Politik haben natürlich vorgebeugt!

    Sie haben der Bereitschaftspolizei
    neue Fahrzeuge spendiert!

    UNIMOGS

    Interessante Teile!

    Vorn eine Radladerschaufel,
    hinterm Führerhaus einen Zweischalengreifer
    und eine Ladefläche.

    Ideal um Straßensperren zu durchbrechen
    und alles sofort weg zu räumen.

    Also hat die Politik sich auf Bürgerkrieg vorbereitet!

  • Faktenbasiertes Rätselraten. Einer wird sicher gewinnen - und der wird uns dann laut erzählen, dass er es vorausgesehen hat.

  • Gebt Euer Geld aus (wenn Ihr noch eins habt) und lebt
    gut davon 2012.
    Einem nackten Mann kann man nicht in die Tasche greifen.
    Das ist die Antwort an die ganzer Abzockerbande.

  • Mann braucht kein Wahrsager zu sein um zu behaupten, dass:
    1.) Das Jahr 2012 schlechter sein wird, als das Jahr 2011;
    2.) Die fehlgeschlage Finanzpolitik der Bundesregierung und aller anderer Regierungen der EU fast alle Steuerzahler der EU noch das doppelte kosten wird, was vorher veranschlagt wurde;
    3.) Die Arbeitslosigkeit in Deutschland (und auch in der EU) neue Rekordwerte erreichen wird, trotz verschönter (besser frisierter) Statistiken der BA´s;
    4.) In einem EU-Raum, dessen Wirtschaftswachstumsraten der nächsten 10 Jahre im Durchschnitt nie mehr als 2,5% pro Jahr sein werden, sich nichts zum Positiven ändern kann und wird. Es müssen mehr als 3,5 % Netto sein!
    5.) Der Kollaps der Renten- und Versicherungssysteme bald kommen wird, wenn wir nicht schnell zu einer Bürgerversicherung pro Kopf umsteigen!
    6.) Die Kassen der Kommunen bald leer sein werden, wenn nicht sofort in allen Bereichen konsequent (ohne Rücksicht auf Personal- und Parteibücher) gespart wird;
    7.) Wenn die Wähler/Innen bei den nächsten Wahlen die selben Politiker/Innen wählen, die uns das Ganze eingebrockt haben!

  • "Eliteschuldner Deutschland"? Was kommt als nächstes liebes Handelsblatt?

  • Das ich es noch erleben durfte, daß die Redaktion seine Artikel endlich mit Wahrsagerei in Verbindung bringt.
    Was noch nicht ganz stimmt, ist der Zusatz "die Stunde".
    Vielmehr werden dem Leser doch schon seit geraumer Zeit nur noch Stories angeboten, die immer den Eindruck vermitteln, daß der Verfasser ein Problem damit hat die richtige Zeit zu verwenden. Wenn es heißt, die Wirtschaft wird 2012 dieses und jenes, dann ist das eine reine Mutmaßung. Eine Abrechnung kann erst am 1.1.2013 gemacht werden - und wirklich erst dann. Alles andere ich wichtigtuerische Wahrsagerei.
    Es reicht vollkommen, nur über das zu schreiben was verifizierbar ist. Ich kenne niemanden der in die Zukunft sehen kann - auch nicht bei den Zeitungen.

  • Das beste Investment 2012 dürften Hanfseile sein, denn wenn es knallt, geht es den Bänkerschweinen und ihren Handlangern in der Politik wohl richtig an den Kragen.

  • Entlassungswelle bei den Wahrsagern :) Die Kunden erkennen langsam die Sinnlosigkeit aktiven Managements. Studien und Mathematiker haben dies allerdings schon länger bewiesen.

  • Die Politik wird die Fianzmärkte treiben - ich denke eher die Politik wird weiter von den Fianzmärkten getrieben.

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