Anlagestrategie
Diese Aktien würden Schotten kaufen

Zehn Jahre ohne Wachstum in Europa erwartet der Fondsmanager Ben Ritchie. Dennoch sollten Anleger Aktien im Depot haben, allerdings nur ganz bestimmte. Welche Unternehmen derzeit interessant sind - und welche nicht.
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GlasgowSchottlands größte Investoren suchen in Europa nach Aktien, die auch in einem schwachen Konjunkturumfeld florieren können. Denn ihrer Einschätzung nach wird die derzeitige Schwächephase nicht so bald zu Ende gehen. Vor diesem Hintergrund setzen die schottischen Fondsmanager, die zusammen genommen ein Vermögen von 492 Mrd. Pfund (604 Mrd. Euro) verwalten, für 2013 auf Amadeus IT Holding, ein spanischer Betreiber eines Reisebuchungssystems, den Warenprüfer Bureau Veritas und Gemalto, ein Anbieter von digitalen Sicherheitssystemen mit Sitz in Paris.

“Wir haben Jahre ohne oder mit wenig Wachstum vor uns”, sagte Ben Ritchie, Portfoliomanager bei Schottlands größter Fondsgesellschaft Aberdeen Asset Management in einem Interview mit Bloomberg News. “Die starken Unternehmen werden noch stärker werden und die schwachen Unternehmen noch schwächer.”

Die Eurozone ist im dritten Quartal in die zweite Rezession in vier Jahren abgerutscht. Die anhaltende Schuldenkrise hat fünf Länder dazu gezwungen, internationale Hilfen in Anspruch zu nehmen. Und der Abschwung der Region verstärkt sich, während die Regierungen Sparmaßnahmen ergreifen, um ihre Defizite einzudämmen. Die Europäische Zentralbank rechnet für 2013 mit einem Rückgang des Bruttoinlandsproduktes um 0,3 Prozent.

“Wir haben vor allem auf Unternehmen gesetzt, die ihr Geschäft unabhängig vom makroökonomischen Umfeld ausweiten können”, sagte Greig Bryson, der bei Scottish Widows Investment Partnership in Edinburgh für europäische Titel zuständig ist. “Der Fokus auf das Wachstum hat sehr gut funktioniert.”

Bryson zufolge hat die Fondsgesellschaft, die Ende September 142 Mrd. Pfund verwaltete und zur Lloyds Banking Group gehört, in den Gesundheitssektor investiert, darunter in Aktien von Essilor International SA und Fresenius Medical Care. Im Finanzsektor wurden Allianz und AXA hinzugefügt.

Auch Bureau Veritas sei gekauft worden, als Wette “auf einen zunehmenden internationalen Handel und eine steigende Regulierung”, erklärte Bryson weiter. Die Titel des weltweit zweitgrößten Warenprüfers stiegen in diesem Jahr um 52 Prozent.

“Während sich die Anleger über ein Auseinanderbrechen der Eurozone Sorgen machten, hat die Region einige der bemerkenswertesten Erfolgsgeschichten bei Aktien geliefert”, sagte Mikhail Zverev, Leiter globale Aktien von Standard Life Investments, am 7. Dezember in Edinburgh. Standard Life betreut 163 Mrd. Pfund.

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  • Dividendenstarke Aktien werden gerne hochgepuscht.

    Aber man darf folgenden Nachteil nicht vergessen: Nach der Ausschüttung sinkt der Kurs in der Höhe der Dividendenrendite. Es kann dann längere Zeit dauern, bis er sich wieder erholt hat. Wenn man die Aktie wieder verkaufen will, ohne die Dividende "abgeben" zu müssen, muss man evtl. einige Geduld mitbringen.

    Wer eher auf Kursgewinne spekuliert, sollte daher nicht primär auf die Dividende schauen.

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