Anlagestrategie
Jetzt schlägt die Stunde der Nachzügler

Nach der Kursrally der vergangen Monate schauen Experten an der Börse nun verstärkt auf Aktien, die den Aufschwung verpasst haben. Sie glauben, dass einige Papiere, insbesondere aus defensiven Branchen, stark unterbewertet sind - und rechnen mit steigenden Kursen. Welche Nachzügler besonders interessant sind.

FRANKFURT. Wenn die vergangenen drei Monate "das Quartal des kollektiven Aufbruchs" darstellten, so könnte die Phase von Juli bis September "das Quartal der Nachzügler" werden. Fondsmanager, Vermögensverwalter und Anlageberater haben für diese Zeit die Strategie ausgegeben, speziell nach unterbewerteten Titeln zu suchen, die vom allgemeinen Kursaufschwung der vergangenen Monate so gut wie nichts abbekommen haben. Unter den großen Dax-Werten zählen nach Ansicht der Experten die Versorger Eon und RWE ebenso dazu wie die Allianz oder die beiden ehemaligen Staatskonzerne Deutsche Telekom und Deutsche Post.

"Wir schauen nach dem Bummlern und finden die vor allem unter den zyklischen und den defensiven Aktien", sagt Alain Bokobza, Chef-Stratege bei der Société Générale in Paris. Als größter Nachzügler fällt dabei die über die Jahre viel gescholtene Aktie der Deutschen Telekom auf. Als einziger der 30 Dax-Werte vollbrachte sie das Kunststück, das extrem gute zweite Quartal an den Börsen mit einem Kursverlust abzuschließen. Rund 13 Prozent verlor die T-Aktie - eine Gewinnwarnung war schuld daran.

Gerade deswegen gelten die Papiere des Bonner Konzerns derzeit als Inbegriff für einen Nachzügler; zumal die hohe und als sicher geltende Dividende von 0,78 Euro je Aktie unabhängig von der geschäftlichen Entwicklung genügend Auftrieb bietet, um das Papier attraktiv erscheinen zu lassen. Beim aktuellen Kursniveau entspricht das einer Dividendenrendite von über neun Prozent. Daneben setzt Analyst Jochen Reichert von SES Research auf ein stabiles Deutschlandgeschäft und positive Nachrichten von T USA-Mobile zu Netzausbau und neuen Handys.

Mit derzeit knapp sieben Prozent ähnlich dividendenstark zeigt sich die Deutschen Post, ein zweiter ehemaliger Staatskonzern. Die Aktie hat im zweiten Quartal zwar immerhin rund zehn Prozent zugelegt und liegt damit knapp hinter dem Dax. Experten glauben aber, dass die Aktie noch weiteres Potenzial hat. Sollte die Konjunktur - wie allgemein erwartet - an Fahrt aufnehmen, müssten zwangsläufig mehr Waren transportiert werden, heißt es. Zudem geht bei Privatpersonen der Trend mehr und mehr zur Bestellung im Internet, so dass die Post-Tochter DHL als Auslieferer dieser Waren profitiert. Beim Bankhaus Sal. Oppenheim ist die Aktie deswegen eine der Top-Empfehlungen für das zweite Halbjahr.

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