Anlagestrategie
Krise stärkt Honorarberater

Die Krise hinterlässt ihre Spuren: Immer mehr Anleger sind verunsichert und engagieren unabhängige Geldverwalter. Gleichzeitig verlassen immer mehr Berater ihre Arbeitgeber, weil sie umsatzgetriebene Verkaufsaktionen nicht länger verantworten wollen.

FRANKFURT. Die Kreditkrise hinterlässt Spuren in der Beratung: Anleger wandern nach dem Debakel mit verlustreichen Kreditpapieren zu unabhängigen Verwaltern ab. Parallel dazu geben manche Berater ihrem bisherigen Arbeitgeber den Laufpass, weil sie umsatzgetriebene Verkaufsaktionen nicht länger verantworten wollen. "Beides stärkt den Trend zur Honorarberatung", sagt Dieter Rauch, Leiter des Verbund deutscher Honorarberater (VdH).

Traditionell findet Anlageberatung in den Banken statt, deren Einkünfte an den Verkauf gekoppelt sind. Honorarberatung soll diesen Fehlanreiz ausschalten: Der Kunde zahlt einen Stundensatz wie beim Rechtsanwalt und eine transparente Gebühr für die laufende und neutrale Betreuung (siehe "Die neue Idee").

Doch der Anleger beginnt sich zu wehren. "Die Kreditkrise hat viele Menschen verunsichert, die bei großen Verwaltern wie den Schweizer Adressen Vermögen betreuen lassen", sagt Karl Matthäus Schmidt, Vorstandssprecher der unabhängigen Quirin Bank. "Die Kunden sehen die Milliardenverluste ihrer Bank, dann die Verluste in ihren eigenen Depots, werden nachdenklich - und wollen sich am Ende unabhängig beraten lassen." Ganz ähnlich sagt Klaus Baum, -Jürgen Initiator der internetbasierten Berater-Bewertungsplattform Whofinance und Ex-Chef von Fidelity Deutschland: "Was bei den Banken für Abschreibungen sorgte, steckt auch in vielen Kundenportfolios."

Eine der maßgeblich betroffenen Adressen ist UBS. "Wir spüren natürlich Verunsicherung, Ärger und Enttäuschung. In unserem Heimatmarkt Schweiz ist dies naturgemäß noch viel deutlicher zu spüren, hier verzeichnen wir leider Kundenabgänge", heißt es aus dem Hause. Ein Deutsche-Bank-Sprecher sagt für den Bereich der gehobenen Privatkunden: "Die Anleger bleiben, aber suchen verstärkt Beratung."

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