Anlagestrategie: Mehr Rendite, weniger Risiko – geht das wirklich?

Anlagestrategie
Mehr Rendite, weniger Risiko – geht das wirklich?

Kaufen und liegenlassen war André Kostolanys Rat an Aktionäre. Sein früherer Partner Gottfried Heller erklärt, was diese Strategie in einer radikal veränderten Finanzwelt noch taugt, und worauf Anleger vertrauen können.
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DüsseldorfWohin bloß mit dem lieben Geld? Aus Angst vor Risiken lagern die Deutschen einen Großteil ihres Vermögens bei der Bank – auf Sparbüchern, Tagesgeld- oder Festgeldkonten. Doch mit den aktuellen Zinsen lässt sich kaum noch die Inflation ausgleichen. „Es herrscht Anlagenotstand“, fasst Gottfried Heller das Dilemma zusammen. Die Zeiten für Anleger werden härter. Wie können sie ihr Geld heute noch risikoarm anlegen und gleichzeitig eine ordentliche Rendite erzielen?

In seinem neuen Buch „Der einfache Weg zum Wohlstand – mehr verdienen, weniger riskieren und besser schlafen“ gibt Heller, Börsenexperte und Gründer der Münchener Vermögensverwaltung Fiduka, die Antworten. Kurz zusammengefasst: Investieren Sie in Sachwerte – hauptsächlich Aktien – und haben Sie Geduld. Ein Freund der schnellen Tipps und des schnellen Geldes ist Heller nicht. „In diesem Buch erfahren Sie nicht, wie Sie schnell reich werden“, schreibt der Autor gleich zu Beginn, denn vom Zocken hält er gar nichts. Die Lektüre lohnt sich trotzdem – oder gerade deshalb.

Der langjährige Geschäftspartner der Börsenlegende André Kostolany verspricht seinen Lesern zu zeigen, wie sie erfolgreiche Anleger werden und ihr Geld vor Inflation schützen. Und dazu gehört eben mehr, als ihnen eine Einkaufsliste mit Aktien, Fonds und ETFs an die Hand zu geben. Eine solche Liste liefert Heller zwar auch, aber erst ganz am Ende seines Buches. Zuvor gibt der Autor einen Überblick über die aktuellen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen.

„Wir stehen am Anfang einer Zeitenwende“, so seine Überzeugung. Zwar gebe es aktuell viele Krisen: Die Folgen der geplatzten Immobilienblase in den USA, die europäische Schuldenkrise, der Abbau des Sozialstaats, die Überlastung des deutschen Rentensystems, die ungünstige demografische Entwicklung, der stetig steigende Ressourcenverbrauch und die wachsenden Umweltbelastungen. Doch Heller blickt optimistisch in die Zukunft: „Krisen sind Chancen – in Arbeitskleidung“, so sein Motto. Soll heißen: Wurden Probleme einmal erkannt, kann man auch Lösungen dafür suchen und es ergeben sich neue Möglichkeiten.

Kommentare zu " Anlagestrategie: Mehr Rendite, weniger Risiko – geht das wirklich?"

Alle Kommentare
  • Einfach ist gar nix, Herr Heller. Seit 2007 sind Sie selbst ein Zocker: seitdem ist Ihr Nicht-Wissen größer als Ihr Wissen. Weil Sie das nicht wissen, ist Ihr Nicht-Wissen sogar noch etwas größer als bei jenen, die es wissen.

  • Solarworld hat als einziges Solarunternehmen die Technologie und Möglichkeiten um mit den derzeitigen Entwicklungen auf dem Markt für Solarmodule mithalten zu können. Dieses Unternehmen wird sich langfristig durchsetzen. Hier ist was zu holen.

  • Das kommt einem vor, als hätte zwei Stunden lang der Berater der Sparkasse auf einen eingedudelt. Billiger gehts wohl nicht mehr.

  • Maximale Rendite bei minimalem Risiko:

    http://www.bankofgreece.gr/Pages/default.aspx

  • Grundsätzlich ist es gut ,sich so viel wie möglich mit dem Thema
    Geldanlage zu beschàftigen, aber man muss auch Entscheidungen kurzfristig oder sofort am Aktienmarkt treffen.
    Politische Entscheidungen, die sich auf meine Aktie langfristig
    negativ auswirken, muss man noch am selben Tag gehandet werden
    (siehe Solarindustrie, Energiesektor). Was nützt es zuzuwarten,
    ist das Vertrauen erst einmal zerstört dann gehts erfahrungsgemàß nach unten.Lieber am ersten Tag 10% Verlust in kauf nehmen bei einer Krisenmeldung, ist besser als fast das ganze Kapital zu vernichten. Beispiele: Ich habe eine Solaraktie
    in meinem Depot seit 4 Monaten,und bin mit 10% im Gewinn.
    Plötzliche pol. Meldung: Die Einspeisevergütung wird massiv
    gekürzt. Schon bei dieser Meldung muss am gleichen Tag
    gehandelt werden, sprich verkauft werden.Machen Sie bitte nicht
    den Fehler und kaufen die gleiche Aktie billiger nach. Die Nachkaufstrategie führt in den Ruin siehe Telecom, Solarworld,
    Commerzbank, Praktiker, Arcandor u.s.w.
    Wenn ich wollte könnte ich viele erfolgreiche Bücherschreiber
    hier vorführen. Ich habe viele gute Zeitschriften (allesamt seit
    der Internetblase )13Jahre aufgehoben. Was viele Bücherschreiber damals noch zum Nachkauf empfohlen haben
    stinkt zum Himmel. Mehr möchte ich dazu nicht sagen.
    Folgen Sie Ihrem Verstand und folgen Sie keinem Berater.
    Ziehen Sie Schlüsse aus guten Finanzbücher, aber die bittere
    Erfahrung müssen Sie am eigenen Leib spüren.Man lernt nie
    am Aktienmarkt aus. Sie müssen täglich am Ball sein um Erfolgreich zu sein. Spielen wir mal ein Szenario durch:
    Ich empfahl die Commerzbaktie vor Wochen hier im Blog bei
    1.25 Euro. Momentan steht sie bei 1.45E. Kommt morgen die
    Meldung über den Ticker: Commerzbank beabsichtigt eine Kapitalerhöhung durchzuführen, dann verkaufe ich sofort.
    Wenn ich Glück habe kann ich noch mit meiner Frau gut essengehen. Sie sehen, ich lass mich auf nichts ein, egal was mir
    Fachleute empfehlen, ich handle.
    MfG
    Walter Schmid


  • @ gutmenschensucks

    :-)))) selten so gelacht!!

    Super geschrieben!

    Congratulations


  • +++ Beitrag von der Redaktion editiert +++

    Bitte achten Sie auf unsere Netiquette:
    „Kommentare sind keine Werbeflächen“
    http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Letztens im Zeitungskiosk im beschaulichen Brandenburg: Neben mir ein älterer Herr, Lenin-Kotzlocke am Kinn, der 2 komplett ausgefüllte Lottoscheine einreichte. Ich neben ihm und wollte das Handelsblatt bezahlen. Der ältere Herr sieht die Zeitung in meinen Händen und sagt:"Handelsblatt? So, so, wohl'n Spekulant der auf meine Kosten sich bereichert, was?" Ich entgegnete:"So, so. Wohl'n Sozialist oder Kommunist, der gerne Kapitalist werden möchte, was?" Dabei blickte ich auf seine Lottoscheine. "Was machen Sie eigentlich wenn Sie Millionär sind? Treten Sie aus der SED aus?", fragte ich ihn.
    Antwort: Gebrabbel. Und jetzt kommt's: Als ich vorm Kiosk mein Fahrrad aus dem Ständer schob, ging der "Kommunist" schnurstracks auf sein Auto zu. Ein Mercedes-Benz. Jetzt war ich richtig in Form:"Können Sie es eigentlich mit ihrem sozialistischen Gewissen vereinbaren ein Statussymbol des Kapitalismus zu fahren? Und dabei noch die Umwelt verpesten? Also, ich als überzeugter Kapitalist und Anti-Gutmensch fahre Fahrrad."
    Auf die Antwort warte ich noch heute...
    Übrigens: Macht eure Hausaufgaben und kauft Aktien. Lotto spielen bringt nichts.

  • Die Flucht in die Sachwerte ist inzwischen auch nur noch eine Plattitüde. Aktien erhalten nur dann das Vermögen, wenn die Firmenwerte steigen. Ist das gesamte volkswirtschaftliche Umfeld schwierig, muss mit einer Abwertung gerechnet werden. Wenn der Autor den Gesundheitssektor als Wachstumspotential sieht, dann gibt es da schon zwei langfristige Bedenken. Erstens sterben irgendwann die Alten und zwar bedauerlicherweise bevor ich selbst in Rente gehe. Mit anderen Worten, wenn der Gesundheitssektor schrumpft, schrumpft auch mein Aktienvermögen. Zweitens lebt der Gesundheitssektor vom Sozialsektor und da sind wir dann wieder bei der Rentenlücke und bei den maroden gesetzlichen Krankenversicherungen. Fakt ist wohl eher, dass eine andere Plattitüde merklich relevanter wird: Lebenslanges Lernen und Infragestellen, auch in Bezug auf die eigene Altersvorsorge.

  • Volle Zustimmung! Genug ist genug. Der "Prolog" nervt ebenfalls. So kann ich das Handelsblatt nicht weiterempfehlen.

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