Anlagestrategie
Öldienstleister Catoil gefällt Analysten

Der Ölpreis liegt nur knapp unter seinem Rekord, und kaum jemand glaubt mittelfristig an eine deutliche Entspannung auf dem Markt: Glänzende Nachrichten also für die großen Ölkonzerne, denn sie verdienen kräftig daran - aber nicht nur sie.

DÜSSELDORF. Denn bei einem Barrel-Preis zwischen 120 und 130 Dollar lohnt es sich immer mehr, auch bereits versiegende Ölquellen noch gründlicher auszubeuten. Die Wiener Catoil AG, die einzige am deutschen Aktienmarkt notierte Ölfirma, hat sich darauf spezialisiert, die Produktion allmählich versiegender oder stillgelegter Ölquellen zu revitalisieren.

Die Arbeit von Catoil beginnt dann, wenn eine Quelle nicht mehr genug Öl liefert. Dann werden durch das "Hydraulic Fracturing" mit hohem Druck die öl- oder gasführenden Erdschichten aufgebrochen und Zwischenräume geschaffen, bis das Öl wieder fließen kann. Catoil ist in Russland und Kasachstan aktiv und zählt große Ölgesellschaften wie Rosneft, Gazprom oder Lukoil zu seinen Kunden. Der Markt für Ölfelddienstleistungen ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen: Die Investmentbank Goldman erwartet, dass Ölfelddienstleistungen allein in Russland 2008/2009 um 20 Prozent zunehmen werden, vorausgesetzt der Ölpreis bleibt hoch.

Bisher konnte die im SDax notierte Catoil-Aktie aber kaum von den guten Aussichten profitieren. Nach dem Börsengang 2006 legte das Papier zwar zunächst von 20 Euro auf den Spitzenwert von 25,59 Euro zu, doch seit dem Sommer 2007 verliert es kontinuierlich an Wert. "Die Margen im Hydraulic- Fracturing-Geschäft sind durch heftigen Wettbewerb unter Druck geraten", sagt Gerald Walek von der Ersten Bank. Externe Wettbewerber wie Schlumberger oder die kanadische Trican sind ebenfalls in Russland eingestiegen, der Marktanteil der Österreicher halbierte sich auf etwa 30 Prozent. Walek sieht das Kursziel von Catoil auch nur bei 8,50 Euro - er hat das Papier auf "reduzieren" eingestuft.

Im ersten Quartal 2008 konnte Catoil jedoch vom Aufbau eines neuen Geschäftsfeldes profitieren: dem "Sidetracking". Hier wird bereits vor der eigentlichen Bohrtiefe einer Quelle nach seitlichen Kanälen im Gestein gesucht. "Catoil hat seine Anzahl an Sidetracking-Flotten erhöht und ist jetzt der zweitwichtigste Anbieter nach Schlumberger", sagt Konstantin Reznikov von Dresdner Kleinwort. Die Umsatzerlöse erhöhten sich im ersten Quartal auf knapp 66 Mill. Euro, von 47,9 Mill. Euro im Vorjahreszeitraum. Allerdings belasten hohe Vorlaufkosten für den Einstieg in das Sidetracking-Segment das Ergebnis vor Steuern, es sank auf 2,2 Mill. von gut sieben Millionen im ersten Quartal 2007.

Auch nach dem schwachen Ergebnis raten neun von zwölf Analysten, die die Aktie beobachten, zum Kauf, drei empfehlen den Verkauf. Reznikov hat das Ziel für Catoil bei 22,90 Euro gesetzt: er sieht das Unternehmen mit dem neuen Sidetracking Geschäft auf Wachstumskurs, denn die Nachfrage sei hier höher als das Angebot. Auch die Analysten von Goldman gehen davon aus, dass sich die teure Expansion auszahlen wird: Ihr Kursziel liegt bei 15 Euro. Andere Analysten sind weniger optimistisch: "Es ist auch beim Sidetracking zu befürchten, dass die Margen durch zunehmenden Wettbewerb unter Druck geraten", sagt Gerald Walek von der Ersten Bank.

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