Anlagestrategie
Sparen nach dem Prinzip Gießkanne

Absolute Sicherheit bei der Sparanlage gibt es nicht. Doch das Risiko für Ausfälle sinkt, je breiter das Geld gestreut ist. An der Börse fahren Sparer daher mit Indexfonds besser als mit Einzelaktien.
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FrankfurtEigentlich ist inzwischen jedem klar: Wer sich beim Thema Rente nur auf den Staat verlässt und nicht selbst für das Alter vorsorgt, dessen Lebensabend wird nicht besonders gemütlich werden. Doch vom Wissen zum Handeln ist es ein weiter Weg, und gerade jetzt sind viele Anleger verunsichert. Von einer Bankenkrise schlittert die Welt in die Schuldenkrise und dann wieder in eine neue Bankenkrise. Wer da für das Alter spart, fragt sich: Sehe ich mein Geld in 20, 30 oder gar 40 Jahren denn überhaupt noch wieder?

„Es gibt keine Anlageform, die absolute Sicherheit bringt“, sagt Tom Friess, Geschäftsführer beim VZ Vermögenszentrum in München. Doch daraus zu schließen, man könne das Geld besser hier und jetzt ausgeben, hält er für den falschen Weg. „Sicher ist nur: Wenn ich nichts für das Alter zurücklege, habe ich auch nichts.“

Viele Anlageberater sehen nur einen vernünftigen Weg: Die Ersparnisse möglichst breit über die Anlageklassen Aktien, festverzinsliche Wertpapiere, Immobilien, liquide Mittel und Rohstoffe zu streuen.

Allerdings ist es gar nicht so einfach zu durchschauen, in welchen Anlageklassen man bereits investiert ist – und vor allem wie stark. Die meist genutzten Formen der Altersvorsorge sind die betriebliche Altersvorsorge, die staatlich geförderte Riester- und Rürup-Rente sowie das eigenständige Sparen mit Lebensversicherungen oder mit Aktien. „Letztlich ist immer entscheidend, was hinter diesen Formen des Sparens steckt“, sagt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg.

Beispiel betriebliche Altersvorsorge: Hier verzichtet der Arbeitnehmer auf einen Teil seines Gehalts und der Arbeitgeber legt es an – doch wo er es anlegt, da gibt es große Unterschiede. Entweder der Arbeitgeber bildet selber Pensionsrückstellungen, oder er leitet das Geld weiter in einen Pensionsfonds, also an den Aktienmarkt. Das Geld kann aber auch in eine Versicherung fließen. Versicherer ihrerseits legen hauptsächlich in festverzinsliche Wertpapiere an.

Auch bei der staatlich geförderten Riester-Rente gibt es verschiedene Varianten, etwa Fondssparpläne oder Rentenversicherungen. Auch bei Riester-Produkten kann der Kunde also wählen, ob er das Geld lieber in Aktien oder über eine Versicherung stärker in festverzinslichen Wertpapieren anlegen will.

Was gilt es bei den einzelnen Anlageklassen zu beachten? „Mit Aktien waren in der Vergangenheit langfristig immer die höchsten Renditen zu erzielen, selbst in turbulenten Zeiten“, sagt Nauhauser. Wichtig ist dabei aber auch hier wieder, dass man das Geld etwa über einen Indexfonds sehr breit streut. Der Kauf einer einzelnen Aktie ist ungleich riskanter – wer etwa während der New-Econony-Blase Telekomaktien zu einem Preis von über 100 Euro gekauft hat, wird lange warten können, bis sich die wieder erholen. Heute ist die Aktie nur noch rund ein Zehntel wert.

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  • Apropos Altersvorsorge:
    Ich denke, die absolute Altersvorsorgeeinheit i den nächsten 10 Jahren wird/werden die monatliche(n) Unze(n) sein. Danach wird man weitersehen.

  • Hallo, feut mich, dass Du ja doch noch da bist. Von Diamanten als Anlage kann ich Dir nur abraten, da der Marktpreis zentral von DeBeers gesteuert wird und sie in mittlerweile wirklich guter Qualität auch industriell hergestellt werden können. Ich habe einige Bekannte, die sich damit gewaltig die Finger verbrannt haben. Wenn man kein ausgemachter Kenner der Materie ist - Finger weg. Ich mache es im Augenblick so : 70 % Edelmetalle (Gold und Silber), 10 % Aktien, 20% Cash
    Einfach mal nach Anlage und Diamanten googeln. Da findet sich einiges.

  • Ich würde gerne mal etwas mehr über Diamanten, als Anlagealternative auch zu meinen Goldbarren und dem Aktienportfolio, zwecks Diversifizierung der Altersvorsorge erfahren und lesen !

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