Anlagestrategie
Staatsfonds meiden Aktien und Anleihen

Die Staatsfonds gehören längst zu den großen Spielern auf den Finanzmärkten. Sie bewegen mit ihren Milliarden weltweit die Kurse. Worauf die Fonds in diesen Tagen setzen - und wie ihre langfristigen Pläne aussehen.
  • 0

New YorkStaatliche Vermögensverwaltungsfonds erhöhen in einem Marktumfeld mit steigenden Aktienkursen und sinkenden Bondrenditen ihre alternativen Investments. Das berichtet Scott Kalb, Leiter der Beratung KLTI Advisors und zuvor für die Kapitalanlagen des Staatsfonds Korea Investment verantwortlich.

“Die großen institutionellen Investoren erhöhen derzeit ihre Allokation bei alternativen” Anlagen, sagte Kalb in einem Interview mit Bloomberg Television am Donnerstag in Singapur. “In dem Maß, wie Kapital für langfristige zur Verfügung steht, will man aus den Börsenwerten heraus”, fügte er an.

Die Investoren betrachten börsennotierte Wertpapiere mit zunehmender Skepsis. Die Zentralbanken haben mit Hilfe von Zinssenkungen Liquidität in die Märkte gepumpt und die Kurse von Anleihe und Aktien gestärkt. Das Aktienbarometer MSCI World Index hat sich gegenüber dem Tiefstand vom März 2009 fast verdoppelt, die Rendite zehnjähriger US-Treasuries liegt nahe des Rekordtiefs vom Juli.

Kalb zufolge, dessen dreijähriger Vertrag beim südkoreanischen Staatsfonds KIC im April endete, konzentrieren sich institutionelle Investoren auf Hedgefonds und Private Equity, wobei Immobilien und Infrastruktur die bevorzugten Anlageklassen sind.

Staatsfonds aus Asien wie China Investment (CIC) und Government of Singapore Investment (GIC) diversifizieren ihre Anlagen, um der höheren Volatilität entgegen zu wirken. Nach Angaben aus dem Geschäftsbericht haben die alternativen Investments von CIC 2011 fast 40 Prozent zugelegt. GIC hatte im Juli mitgeteilt, die Private-Equity- und Infrastrukturinvestments hätten zugelegt.

Joyce Shapiro, Managing Director bei Franklin Templeton Investments, sagte im September, institutionelle Investoren würden den Anteil der Infrastrukturanlagen in ihren Portfolios in den nächsten fünf Jahren möglicherweise verdoppeln.

Kalb, der noch als Berater für KIC tätig ist, sagte auch, dass Staatsfonds, als langfristige Investoren, weiterhin in den Schwellenländern investieren, da die Wachstumsperspektiven dieser Volkswirtschaften weiterhin stark blieben. “Es sind langfristige Fonds. Wir reden über Generationen überdauerndes Kapital, da will man einen langfristigen Plan haben”, erläuterte Kalb. Allerdings sollten bei den Schwellenländer-Investments alle Anlageklassen - Private Equity, Immobilien, Infrastruktur, Anleihen, Aktien und Rohstoffe - vertreten sein, ergänzte Kalb.


Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Anlagestrategie: Staatsfonds meiden Aktien und Anleihen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%