Anlagestrategie: Was tun, wenn sich Sparen nicht mehr lohnt?

Anlagestrategie
Was tun, wenn sich Sparen nicht mehr lohnt?

Spätestens seit der letzten Zinssenkung der EZB auf 0,0 Prozent ist klar – für Zinsen und die automatische Geldmehrung gibt es keine Garantie. Was Sie tun können, wenn Sie Ihr Geld nicht auf dem Sparbuch horten wollen.

BerlinNachdem die Europäische Zentralbank den Leitzins erstmals auf null gesenkt hat, fragen sich viele Verbraucher: was tun? Sparen lohne sich, so heißt es, kaum noch. Denn die Zinssätze für Sparguthaben, Fest- und Tagesgelder purzeln bei manchen Sparkassen und Banken immer weiter. Kupons von 0,1 Prozent sind eher die Regel als die Ausnahme. Doch es gibt durchaus Alternativen – auch ohne hohe Risiken.

Staatsanleihen

Sicher, aber unrentabel sind derzeit Bundesanleihen: Wer Deutschland für zehn Jahre Geld leiht, kriegt derzeit nicht mehr als 0,28 Prozent. Laufzeiten bis zu sieben Jahren sind sogar negativ verzinst. Allerdings geht es auch anders: Der irische Staat zahlt für zehnjährige Anleihen 0,9 Prozent, Italien 1,33 und Portugal 2,8 Prozent.

Außerhalb der Euro-Zone wird es noch attraktiver. Von den USA erhalten Anleger bereits für fünf Jahre 1,5 Prozent. In Australien sind es sogar 2,25 Prozent. Einige Staaten versprechen noch weit höhere Zinskupons und Renditen, allerdings gegen ein entsprechendes Risiko: Ablesbar ist das Risiko am Bonitäts-Rating des Staates. Bewertungen zwischen Triple A, AA und A bis Triple B gelten als verlässlich für Privatanleger.

Unternehmensanleihen

Die niedrigen Zinsen locken immer mehr Unternehmen zur Finanzierung an die Kapitalmärkte. Sie haben dadurch zwischen 2009 und 2015 bereits bei Bankkrediten rund 400 Milliarden Euro Zinsen gespart, ergab eine Studie der ING Diba. Auch an den Märkten, wo ihnen Kreditgeber ohne größere Rechte Geld leihen, müssen sie inzwischen nur noch wenig hinblättern. Hier gelten ähnliche Regeln wie bei Staatsanleihen: Unternehmen mit einem Best-Rating bringen Zinsjägern nur noch wenig – allerdings immer noch etwas mehr als reine Zinskupons auf dem Sparbuch. Anleihen ohne Best-Rating werfen dagegen mit drei bis fünf Jahren Restlaufzeit noch Sätze von deutlich über einem Prozent ab: zum Beispiel Papiere von Renault, HSBC oder der Deutschen Bank.

Zins-Hopping

Niemand ist gezwungen, sein Geld gegen Minizinsen auf Tagesgeldkonten anzulegen. Autobanken und ausländische Institute bieten bei vergleichbarer Sicherheit dank deutscher oder europäischer Einlagensicherung zum Teil noch immer gute Konditionen. Spitzenreiter für Festgelder von zwei Jahren ist zum Beispiel die französische Crédit Agricole mit 1,35 Prozent pro Jahr. In Deutschland liegt die Deutsche Pfandbriefbank, die frühere Hypo Real Estate (HRE), mit 1,15 Prozent weit vorne. Tagesgelder – also täglich verfügbare Zinskonten (meist) ohne Zinsbindung – werfen zum Beispiel bei der Audi Bank und bei der ING Diba 1,2 Prozent ab, wobei der Satz vier Monate lang garantiert ist. Die Consorsbank bietet ein Prozent garantiert für zwölf Monate. Meist sinkt die Verzinsung anschließend allerdings erheblich. Gute Sätze erhalten oft auch nur Neukunden.

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