Anlegen 2016 - Teil 9 - Devisenmarkt Kostet ein Euro bald nur noch 1,00 US-Dollar?

Mit Wetten gegen die europäische Gemeinschaftswährung haben Anleger 2015 viel Geld verdient. Doch im kommenden Jahr halten Experten eine fortgesetzte Abwertung für keine ausgemachte Sache.
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Die Analystenschätzungen über die Kursentwicklung des Euros im Jahr 2016 gehen weit auseinander. Quelle: Reuters
Dollar- und Euronoten

Die Analystenschätzungen über die Kursentwicklung des Euros im Jahr 2016 gehen weit auseinander.

(Foto: Reuters)

FrankfurtWer sich durch die Weichwährungspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) dazu veranlasst sah, frühzeitig auf eine Euro-Abwertung gegenüber dem US-Dollar zu setzen, darf sich in diesem Jahr über üppige Erträge freuen. Fraglich ist allerdings, ob diese Strategie auch 2016 lohnenswert ist.

Mehr als ein Fünftel Wertzuwachs erzielten hiesige Anleger bisher, die ab dem Frühjahr vergangenen Jahres Greenback-Noten im Tresor gebunkert haben oder Bares auf entsprechende Dollar-Fremdwährungskonten umschichteten.

Hintergrund: Damals begannen die Notenbanker der EZB, die Öffentlichkeit darauf vorzubereiten, dass sie mit einer erneuten Lockerung der Geldpolitik drohende Deflationsgefahren in der Euro-Zone bekämpfen würden. Auf die Worte folgten Taten: Seit März 2015 kauft die EZB monatlich Wertpapiere im Volumen von rund 60 Milliarden Euro - und bläht damit die vorhandene Geldmenge auf ("QE"-Programm).

Und während EZB-Chef Mario Draghi das umstrittene Anleihekaufprogramm vor kurzem sogar verlängerte, forciert die US-Zentralbank Fed die Straffung ihrer Geldpolitik: Sie ließ vergangenen Herbst das letzte von insgesamt drei QE-Programmen auslaufen und steuerte danach immer offensichtlicher auf ihre erste Leitzinserhöhung seit 2006 zu - die dann wie von der Finanzmärkten erwartet im Dezember tatsächlich beschlossen worden ist.

Die Folge: Vor allem wegen dieses Auseinanderlaufens der Notenbankpolitik in den USA und in der Euro-Zone ist die Gemeinschaftswährung mittlerweile von fast 1,40 Dollar im Mai 2014 auf mittlerweile rund 1,09 Dollar abgerutscht. Seit Jahresbeginn hat der Euro in der Spitze zweitweise satte 16-US-Cent eingebüßt. Denn höhere US-Zinsen machen Anlagen im Dollar-Raum attraktiver.

„Die mittlerweile in die Tat umgesetzte US-Zinserhöhung hatte dem Greenback bei global tiefen Zinsen deutliche Unterstützung verliehen und den 'US-Dollar long'-Trade zum Anlagetipp des Jahres 2015 gemacht“, sagt Anja Hochberg, Chef-Anlagestrategin bei der Credit Suisse Schweiz.

Warum die Prognosen der Währungsexperten so weit auseinandergehen
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  • Was hier geschrieben wird, interessiert sowieso niemanden. Die Kommentarschreiber glauben bloß, sie könnten etwas bewegen, doch dabei machen sie sich nur etwas vor.
    Ich habe schon einmal geschrieben, dass es deshalb auch taktisch unklug wäre, in den Medien überall die Kommentarfunktion abzuschaffen, weil das den Lesern / Zuschauern die ILLUSION nehmen würde, mit Leserbriefen / Kommentaren usw. irgendetwas ändern zu können.
    Dann müssten sie statt zu schreiben nämlich tatsächlich HANDELN.
    Konkretes Beispiel: Mutti wird auch im neuen Jahr nicht durch Schreiben von Kommentaren zurücktreten; wer das aber will, der muss handeln.
    Also keine Illusionen für 2016, aber Guten Rutsch!
    P.S. Ich war heute auch schon im Wald. Bringt wesentlich mehr als Kommentare schreiben... ;-)

  • Herr Trautmann, Sie haben hier mit vielen Recht, auch empirisch-wissenschaftlich nachgewiesen. Aber Sie haben keine Chance dieses zu ändern, die Interessengewichte sind anders gelagert. Gehen Sie in den Wald, geniessen Sie die Natur und versuchen Sie sich nicht zu ärgern.

  • Dieser ganze selbstversorgende Moloch, die sich als Sozialindustrie an den Armen ein lukratives Geschäftsmodell erschlossen haben. Geht doch mal zu einer Beratungsstelle z. Bsp. der Caritas, alles gutbezahlte vollzeitbeschäftigte Sozialarbeiter, gleiches gilt für die Arbeitsagenturen, hier wie dort alles Selbstversorger auf Kosten und zum Schaden der in ihrer existenz bedrohten Menschen, die jetzt noch in direkter Konkurrenz zu den Flüchtlingen stehen. Ich habe die Schnauze voll!

  • Wie wollen die Politiker in 15-20 Jahren den Babyboomern erklären, dass ihre Renten für die EU, den Euro, Bankenrettungspakete in Billionenhöhe und die Migration, die eh mit Muslimen nicht funktionieren wird, vernichtet wurde? Dazu kommen die ganzen Wohlfahrtsverbände, die mit der Bedürftigkeit, Arbeitslosigkeit und der Armut von Millionen ein für sich lukratives Geschäftsmodell entwickelt haben und dies immer weiter ausbauen, hier wie dort Netzwerke, Vetternwirtschaft und Kumpanei, diese sich hauptsächlich über und durch staatliche Mittel und Zuschüsse finanzieren. Die Sozialindustrie mit ihren Wohlfahrtsverbänden sind übrigens die größten privatrechtlichen Arbeitgeber in D, noch vor der deutschen Automobil- Chemie oder Stahlindustrie. Wer heute in die Stellenanzeigen der Tageszeitungen schaut, sieht doch wie das Angebot an Psychologen- und Sozialarbeiter-Jobs explodiert ist, seit die Flüchtlingswelle einsetzte. Caritas, Diakonie, AWO usw. suchen Teilzeit- und Vollzeitmitarbeiter/innen für den weiteren Ausbau ihrers lohnenden Sozialindustrie-Geschäftsmodells. Man schafft sich sozusagen selbst immer neue Aufgabenfelder, um weiter die Gewinne und die Umverteilung zu maximieren. Alles gemeinnützige, eingetragene Vereine (e. V.), die aber in Wirklichkeit gewinnorientiert wachsende Wirtschaftsunternehmen sind. Alles im Schein der „christlichen Nächstenliebe“ und „zum Wohle“ der Bedürftigen. Ja, auch die Kirchen mischen dabei kräftig mit! Tafelläden werden z. Bsp. von der Caritas betrieben, die nutzen im Netzwerk mit den Jobcentern „1-Euro-Jobber“ für völlig sinnfreie Tätigkeiten, die niemals auch nur den Hauch einer neuen Wiedereingliederungschance ermöglichen. Mich kotzt das ganze System nur noch an, das den betroffenen Menschen nicht aus ihrer Lebenssituatuion durch sinnvolle Maßnahmen heraus hilft, sondern die Bedürftigkeit und Armut weiter verfestigt und manifestiert.

  • Ich sage N€IN! Schafft dieses EU-Konstrukt und den Euro ab, kehrt zu Nationalstaaten und Nationalwährungen mit der Möglichkeit der Auf- und Abwertung zurück, schafft wieder eine Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) wie vor dem Maastricht-Vertrag. Ich habe überhaupt kein Problem damit, wieder Geld in eine andere Währung zu wechseln, wenn ich mir dadurch endlich wieder mal einen Urlaub in Europa leisten könnte. Und macht endlich die nationalen Grenzen dicht, damit es mit der millionenfachen Zuwanderung aufhört. 17 Milliarden € plant die Bundesregierung 2016 als Migrationskosten ein. Für die eigenen Menschen, Arbeitslose, Hartz IV Bezieher, Obdachlose, Kranke, arme Rentner/innen, für Infrastruktur, Bildung und Schulsanierungen sind seit Jahren angeblich keine Finanzmittel verfügbar. Die Agenda 2010 war eine Lüge. Es reicht jetzt, wir haben in D bereits über 7 Mio. Menschen, welche erwerbslos und im Sozialhilfebezug sind, EU weit liegt die Zahl bei über 23 Mio. (über 50% Jugendarbeitslosigkeit!) wir haben hunderttausende Unterbeschäftigte, die nur durch staatliche Subventionierung über Lohnaufstockung ein pervertiertes unternehmerisches Geschäftsmodell durch Umverteilung (Unternehmensgewinne privatisieren, durch staatliche Subventionen) auf Kosten und zum Schaden des Steuerzahlers am Laufen halten. Es hat sich mittlerweile ein regelrechtes „Dienstleistungsprekariat“ gebildet. An die damit verbundene zukünfige riesige Altersarmut und Rentenkatastrophe will ich gar nicht erst denken. Gesellschaftlich laufen wir mit diesem sozialen Sprengstoff voll auf ein Desaster zu. Entweder kommt es zu einem Aufstand der armen Alten, oder zu einem Aufstand der dienstleistungsprekär beschäftigten Jungen, die dann den Generationenvertrag aufkündigen werden, weil sie von ihren Abgabenlasten für die Rentner- und Pensionsgeneration die Schauze voll haben werden.

  • Es geht doch nicht um Europa, sondern um die EU und den Euro. Europa hat auch vor der zerstörerischen Einheitswährung jahrzehntelang erwiesenermaßen gut und friedlich funktioniert. Erst seitdem man den Spaltpilz der Nationen, diese Kunstwährung Namens Euro einführte, durch welchen sich wirtschaftsstarke an wirtschaftsschwache Volkswirtschaften ankoppelten (ohne Aufwertungs- und Abwertungsmöglichkeit der eigenen Währungen), herrscht Zwietracht und Streit zwischen den Nationen. Die einen wissen nicht mehr wohin mit ihren ganzen auf Pump finanzierten Überschüssen (D), während die anderen in Defiziten versinken und nur noch durch billionen-euro-schwere Rettungspakte und Bankbürgschaften und einer Null-Zins-Geldpolitik vor der endgültigen Staatspleite bewahrt werden können. Man misstraut und hasst sich wieder (faule Griechen vs. Nazi-Deutsche usw.) in Europa! Was hat man uns damals nicht alles versprochen, als die Deutschen ungefragt die D-Mark aufgeben mussten. Wo sind die blühenden Eurolandschaften und der Wohlstands- und Wachstumszuwachs, den man den europäischen Völkern und Volkswirtschaften von politischer Seite her immer versprach? Was bleibt heute von den politischen Versprechen übrig, das kein Land für die Schulden des anderen haftet oder bürgt, was blieb übrig von einer einstmals harten, stabilen Währung Namens D-Mark? Stattdessen europaweit Massenarbeitslosigkeit, Dienstleistungsprekariate, Geldentwertung, überschuldete Pleitestaaten, Zombie- und Pleitebanken und ein massiver Rechtsruck im Euroraum. Der Normalbürger zahlt seitdem nur noch drauf. Hat seitdem durch diese Weichwährung einen riesigen Kaufkraftverlust zu verkraften (gleichzusetzten mit einem Lohnverlust um die 15-20%), bei seit Jahren stagnierenden und sinkenden Reallöhnen. Wo ist das ganze Geld abgeblieben, dass man uns so schamlos durch den Euro aus der Tasche zog und weiterhin zieht? Umrechnungskurs zur D-Mark ist 1,95583! Heute ist aber ein Euro nur noch eine D-Mark wert, also 1,0.

  • Die dauerhafte Abwertung des Euros bedeutet für uns im Aussenverhältnis zur Eurozone einen weiteren 15%tigen Lohn- und Kaufkraftverlust. Dies hat gerade heute Prof. Sinn in der Welt bestätigt. Durch die Zinsanhebung in den USA, wird der Euro weiter nachgeben und noch bedeutend schwächer werden. Es wird viel Kapital aus der Eurozone abfliessen. Somit beschleunigt sich der Lohn- und Kaufkraftverlust beim einzelnen Atbeitnehmer weiter. Vor allem die arbeitende Mittel- und Unterschicht wird davon massgeblich betroffen sein. Hinzu kommt, dass dadurch unsere Handelsbilanzüberschüssse noch weiter ansteigen werden, was wiederum zu weiter anwachsender Massenarbeitslosigkeit und einhergehend zu Staatspleiten bei einigen europäischen Mitgliedsstaaten (Griechenland, Portugal, Italien, Frankreich, Spanien) führen wird. Die EU ist bereits jetzt zutiefst in ein Nord-Süd-Gefälle gespalten.
    Die Spaltung zwischen Arm und Reich ist durch den Euro nicht geringer, sondern größer geworden, Von der Kredit-Orgie profitierten nie die Bedürftigen. Am meisten profitierten die Super-Reichen, gefolgt von einer kleinen Mittelschicht, die sich nicht durch Leistung, sondern durch die Zugehörigkeit zu nationalen oder europäischen Netzwerken saniert hat. Die Einkommensungerechtigkeit ist in Griechenland gestiegen, genauso wie in Deutschland und in den anderen Staaten. Das ist der Keim der Revolution. Wenn zu viele Leute nichts mehr zu verlieren haben, stimmen sie mit Nein. Die Reallohnverluste der letzten zwei Jahrzehnte sind dabei noch gar nicht berücksichtigt. Der Euro und die EU sind für die breite Masse der Menschen ein Fehlversuch und müssen schleunigst beendet werden, um einen noch größeren Schaden von Europa abzuwenden.

  • Was haben Wetten an den Devisenmärkten mit Geldanlage zu tun??
    Bin ich etwa auch ein Anleger, wenn ich Lotto spiele?? ;-)
    Mir ist es persönlich ziemlich gleichgültig, wie USD und EUR sich gegeneinander entwickeln. Wir leben in einer Welt der "floatenden" Währungen. Sie schwanken allerdings nur relativ zueinander, mal hoch, mal runter, aber am Ende sinken sie alle zusammen gegen den absoluten Maßstab. Glauben Sie nicht? Hier sinken 115 Währungen simultan gegen das Absolute:
    http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=256038
    Na dann einen Guten Rutsch! (aber nicht mit den Währungen) ;-)

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