Anlegen 2017 – Teil 7 – Aktien Schwellenländer
Große Renditechancen – große Risiken

Ein Investment in Schwellenländer-Aktien kann 2017 ertragreich sein. Marktexperten benennen zwar Risikofaktoren wie die US-Politik, insgesamt überwiegt aber der Optimismus – auch wegen steigender Rohstoffpreise.
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FrankfurtBreit gestreut in Schwellenländer-Aktien zu investieren, war 2016 eine lukrative Strategie. Über den Index MSCI Emerging Markets konnten Anleger seit Jahresbeginn mehr als zehn Prozent Rendite erzielen. In einzelnen Ländern waren sogar Kursgewinne von 50 oder gar 70 Prozent möglich. Nach Einschätzung von Analysten kann sich ein Investment in Schwellenländern auch im kommenden Jahr lohnen. Allerdings sind die Prognosen nicht für alle Länder gleich gut und es gibt einige Risikofaktoren.

Haupttreiber für steigende Aktienkurse in den Schwellenländern könnten im nächsten Jahr höhere Unternehmensgewinne und verbesserte Wachstumsaussichten sein. Wie Michael Levy und William Palmer, die Schwellenländer-Experten beim Vermögensverwalter Barings beobachtet haben, steigt das erste Mal seit fünf Jahren die Produktivität schneller als das reale Lohnwachstum. Das verleihe „der Unternehmensrentabilität den stark benötigten Auftrieb“. Die Ertragsschätzungen seien bereits im Laufe der letzten Quartale nach oben gegangen und deuten „auf ein nachhaltiges Gewinnwachstum im Jahr 2017 hin“.

Als weiteres Argument für Schwellenländer-Aktien wird vielfach die im Vergleich zu Industrieländern günstige Bewertung angeführt. Christian Kahler, Chefanlagestratege der DZ Bank, hält die Bewertungen der Aktienmärkte in den Schwellenländern für „erheblich günstiger als in den Industrieländern“. Ingrid Szeiler, Chief Investment Officer bei Raiffeisen Capital Management, hebt dabei insbesondere Lateinamerika, Osteuropa und Asien hervor.

Als größte Risikofaktoren gelten im kommenden Jahr weiterhin die US-Politik und die Entwicklung des Dollar-Kurses. Schon kurz nach der Wahl des künftigen US-Präsidenten hatten die Aktienkurse in den Schwellenländern deutlich nachgegeben. Laut dem Institut für Internationale Finanzen haben Investoren allein im November fast 25 Milliarden Dollar aus Schwellenländern abgezogen – das war der höchste Wert seit Juni 2013. Hintergrund ist der von Trump angekündigte Protektionismus, der die Exporte der Länder drücken könnte. Einige Marktexperten bleiben diesbezüglich aber gelassen. „Gut möglich, dass es sich nur um eine sehr heftige, nur kurzlebige Panikreaktion einiger Investoren gehandelt hat“, sagt etwa Angelika Millendorfer, Leiterin des Teams Emerging Markets Aktien bei Raiffeisen Capital Management.


Auch wegen des stärkeren Dollars haben sich Investoren zuletzt teilweise von den Schwellenländern abgewandt, denn Anlagen in der US-Währung erscheinen wieder attraktiver. Hinzu kommt, dass einige Länder Staatsschulden in Dollar haben – steigt der Kurs, wird auch der Schuldenberg größer. Dennoch gibt es am Markt einige Optimisten. Ivo Kovachev, Senior Fund Manager der globalen Investmentboutique J O Hambro Capital Management (JOHCM) erinnert beispielsweise an die 1990er Jahre: „Das war ebenfalls eine Zeit, die durch eine Dollar-Stärke geprägt war, gepaart mit Währungskrisen – ob in Mexiko, Asien oder Russland.“ Dennoch hatten sich viele Emerging Markets gut entwickelt. Grund dafür seien günstige Bewertungen der Aktien und ein starkes Wachstum gewesen.

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