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Anleger bleiben skeptisch

Die Investoren trauen dem Dax nur ein geringes Potenzial zu: Laut einer Umfrage erwarten die Börsianer nur ein Wachstum von 7,5 Prozent. Der EZB und ihrer Krisenstrategie stellen sie im Vergleich zur amerikanischen Notenbank ein gutes Zeugnis aus.

DÜSSELDORF. An den Aktienmärkten gibt es bis zum Jahresende nach Ansicht der Börsianer nicht viel zu holen. Nach dem tiefen Fall in den ersten Monaten billigen die Investoren dem Deutschen Aktienindex (Dax) nur ein Potenzial von 7,5 Prozent zu. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Frankfurter Researchinstituts Sentix im Zusammenarbeit mit dem Handelsblatt unter knapp 600 Anlegern. Immerhin attestiert die große Mehrheit der Europäischen Zentralbank (EZB), mit geeigneten Schritten und sehr viel besser als die US-Notenbank auf die Finanzkrise zu reagieren.

Erstmals seit 2002 würde der Dax damit wieder ein Jahr im Minus beenden. Im Januar war das Börsenbarometer bei 8 067 Zählern gestartet, dann aber im Zeichen der sich ausweitenden Finanzkrise um fast 20 Prozent gefallen.

Auffallend ist, dass auch die knapp 200 befragten institutionellen Investoren nur mit einem Dax-Plus von gut sieben Prozent rechnen. Hingegen urteilen Bankanalysten sehr viel optimistischer. Als der Dax kürzlich fünf Prozent niedriger als heute notierte, veranschlagten 22 von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Bankhäuser den Index zum Jahresende bei durchschnittlich 7 700 Punkten. Im Dezember hatten 34 vom Handelsblatt befragte Institute den Dax sogar auf 8 567 Zähler taxiert.

„Viele Anleger haben sich in den letzten Jahren bei steigenden Kursen von ihren Aktien getrennt. Dass sie jetzt angesichts hoher Schwankungen den Börsen fernbleiben, ist ihnen nicht zu verübeln“, sagt Franz-Josef Leven vom Deutschen Aktieninstitut. Seit 2001 ist die Zahl der Aktionäre und Fondsanleger hier zu Lande um mehr als 20 Prozent gesunken. Immerhin sehen die meisten Befragten überhaupt wieder Potenzial.

Zum Jahreswechsel prophezeiten Anleger, dass der Dax nur um zwei Prozent zulegen werde. „Nach den vielen Hiobsbotschaften der letzten Wochen schreiben Anleger den jüngsten Kursverfall nicht in die Zukunft fort, sondern billigen dem Dax wieder etwas Luft zu“, sagt Sentix-Experte Patrick Hussy. Die meisten Marktakteure sehen offenbar einen Großteil der Immobilien- und Finanzmarktkrise samt Rezessionsängsten in den Kursen „eingearbeitet“.

Befragt, wie gut die Notenbanken mit der Finanzmarktkrise umgehen, stellen Anleger der EZB ein besseres Zeugnis aus als der Federal Reserve (Fed). Auf die Frage, wer seinen Job besser mache, votieren 70 Prozent für die EZB.

Im Vorfeld der EZB-Sitzung am Donnerstag, bei der Experten mit unveränderten Zinsen rechnen, honoriert ein Großteil der Anleger die „ruhige Hand“. Seit Ausbruch der Immobilienkrise im vergangenen Jahr ließ die EZB ihren Leitzins unverändert. Hingegen senkte ihn die Fed auf regulären und außerplanmäßigen Zusammenkünften von 5,25 auf zuletzt zwei Prozent.

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