Anleger dürften Gold als „Krisenschutz“ nachfragen
Chartexperten erwarten Anstieg des Goldpreises

Nach starken Schwankungen bewegt sich die Goldnotierung wieder auf dem Niveau vom Jahresbeginn. Die Charttechnik spricht für eine bevorstehende Entscheidung über die weitere Marschrichtung: Ein Kaufsignal ergibt sich mit Kursen über 364 Dollar pro Unze.

DARMSTADT. Aktuell kommt Gold seine Eigenschaft als Krisenschutz zu Gute: Die wichtigen Aktienindizes kommen seit Juni nicht mehr vom Fleck, die Anleihen taumeln abwärts. Kreditfinanzierte staatliche Ankurbelungsmaßnahmen werden weiter für Neuemissionen bei Staatsanleihen sorgen; so bietet der Bondmarkt Investoren nicht die gewohnte Sicherheit.

>> Chart: Der Goldpreis in London

Ein Blick auf den Chart zeigt: Der Goldpreis folgt seit Mitte 2001 einem Aufwärtstrendkanal, der sich trotz kurzzeitiger Ausbruchsversuche als kursbestimmend erwies. Vom Tiefpunkt bei 257 Dollar gemessen legte die Feinunze bisher 40 Prozent zu. Dabei führt die Entwicklung seit Jahresbeginn zu einer interessanten Konstellation: Dem zweijährigen Aufwärtstrend läuft eine kurzfristige Abwärtstrendlinie entgegen, die die Hochpunkte dieses Jahres verbindet. Die Notierung bewegt sich also in einer Dreieckformation, die die abwartende Haltung der Anleger zeigt. Doch mit dem Ausbruch aus dem Dreieck wird der Goldpreis in Bewegung kommen.

Die wacklige Lage an den Kapitalmärkten spricht dafür, dass sich bei dem gelben Metall einmal mehr der Aufwärtstrend durchsetzen wird. Die Durchschnittslinie der letzten 200 Handelstage bietet den Kursen zusätzlich Rückhalt. Der Chart verdeutlicht, dass sich dieser gleitende Durchschnitt seit Mitte 2001 als Unterstützung erwies. Eine Ausnahme bildete der Absturz auf 320 Dollar im Frühjahr. Hier sorgten Gewinnmitnahmen bei der Notierung u.a. für einen Bruch der 200-Tage-Linie; der Absturz erwies sich allerdings schnell als ein Fehlsignal.

Eine langfristige Betrachtung zeigt, dass der Goldpreis mit dem Anstieg seit 2001 seinen im Jahr 1980 begonnenen Abwärtstrend beendete. Die nächste Widerstandsmarke stammt aus dem Jahr 1996. Sie liegt im Bereich zwischen 400 und 410 Dollar. Ein Kaufsignal für Gold, Goldzertifikate und Minenwerte ergibt sich mit einem Anstieg über den kurzfristigen Abwärtstrend bei 364 Dollar pro Feinunze.

*Hans-Dieter Schulz ist Mitherausgeber der Hoppenstedt-Charts, Lutz Mathes sein Mitarbeiter.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%