Anleger-Krisentipps
Die Profis wissen auch nicht weiter

Fondgesellschaften raten den Anlegern, auch bei fallenden Kursen ruhig zu bleiben und auf die Kosten des Depots zu achten. Außerdem geben sie Tipps für den Ruhestand. Aber insgesamt wirken die Ratgeber selber ratlos.
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New YorkDonald Trump weiß alles besser. Auch, wie man mit den Turbulenzen an den Märkten umgeht. Der umstrittene US-Präsidentschaftskandidat hat eigener Aussage nach einen Großteil seiner Aktien verkauft. Vor rund einem Monat sei der richtige Zeitpunkt dafür gewesen. Wer jetzt noch drinsteckt im Markt, sollte seiner Meinung einfach abwarten, bis der sich wieder erholt. Denn sonst droht die übliche Falle für Kleinanleger: Immer zu spät zu kommen und deswegen zu billig zu verkaufen und zu teuer wieder einzusteigen.

In der Krise ist guter Rat zwar nicht unbedingt teuer, aber schwer zu bekommen. Die meisten Experten haben nur recht hausbackene Tipps parat. Beispiel Morningstar. Die Research-Firma warnt vor „emotionalen“ Entscheidungen. Das ganze Portfolio in Krisenzeiten umzustrukturieren, sei meist keine gute Idee, schreibt die Expertin Christine Benz. Sie rät davon ab, auf die Schnelle aus Aktien rauszugehen und auf Bargeld zu vertrauen. Wir kennen diese Ratschläge aus jeder Krise: keine Panik, vernünftig bleiben, sich nicht verunsichern lassen. Tatsache ist aber, dass professionelle Investoren häufig sehr viel schneller aus den Märkten aussteigen als Kleinanleger. Und noch schneller sind Computer, die sich mit Sicherheit von keinerlei Panik oder anderen Emotionen leiten lassen, sondern per definitionem rationale Entscheidungen treffen.

Auch Fidelity rät den Anlegern, ruhig zu bleiben. Die Experten dort rechnen vor, dass man meist nach tiefen Marktkrisen die größten Gewinne machen konnte. Das hilft allerdings nur bedingt weiter, wenn man nicht weiß, ob die Kurse wirklich schon unten angekommen sind. Aber die Prozentzahlen sind schon beeindruckend. Fünf Jahre nach der großen Weltwirtschaftskrise waren ab Mai 1932 insgesamt 367 Prozent Gewinn mit US-Aktien zu machen. Nach Juli 1982 lag der Wert bei 267 Prozent, nach Dezember 1994 bei 251 Prozent und nach dem März 2009, in der großen Finanzkrise, war eine Fünf-Jahres-Rendite von 178 Prozent zu erreichen.

Es ist schwierig, allgemeine Regeln für den Krisenfall aufzustellen. Die wirkliche Gefahr für private Investoren ist nicht, zu panisch zu reagieren, sondern zu spät zu reagieren. Und das gilt vor allem für den Wiedereinstieg: Wer mit Verlust Aktien verkauft hat, hat die Nase voll davon und traut sich erst wieder in dieses Segment, wenn die Profis die Kurse längst wieder hochgetrieben haben. Die größte Gefahr ist daher, jetzt noch schnell auszusteigen und dann nicht ebenso schnell wieder reinzugehen, wenn sich die Kurse erholen.

Kommentare zu " Anleger-Krisentipps : Die Profis wissen auch nicht weiter"

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  • Hat schon Mark Twain erkannt
    Versicherungen sind grundsätzlich unmoralisch ;-)
    was er noch nicht wissen konnte
    Wer so etwas heute abschließt kann sich schon mal als enteignet betrachten
    Bei jedem Lebensrisiko Scheidung Arbeitslosigkeit Liegt so eine Versicherung immer mit auf dem Tisch ;-)
    Wenn es mit der Laufzeit nicht so eingehalten wird dann wird es richtig bitter.

    Und am Ende steht Stiefpapa Staat und sagt "du hör mal deine Nachbarn die haben ihr ganzes Geld immer verprasst und brauchen nun Hilfe, es ist doch selbstverständlich das wir in einem "Sozialstaat" teilen. und nimmt x%
    zuzüglich 50% Verwaltungsaufschlag und trollt sich Lachend.

  • @anna b.
    gemeint ist wohl, dass man eine längere einkommenslose Phase überbrücken muss. Genau da hat die private RV aber einen Haken: sie ist auf eine maximale Auszahlung begrenzt. Wird man 103, wie die Oma meiner Frau, wird die Zahlung irgendwann in den 80ern eingestellt (so war es jedenfalls in den Angeboten, die ich eingeholt hatte). Da ist man dann doch noch auf die ges. Rente angewiesen.
    Es gibt aber auch eine ganze Reihe anderer Ideen, auf dieses "Risiko" zu reagieren: Eigentum, Solaranlage (gegen Wilkür), günstige Verkehrslage, soziale Einbindung, Kinder mit guter Ausbildung (wenn man Glück hatte), alles besser als eine Versicherung die am Ende nicht zahlen kann oder will und die auch die Inflation nicht ausgleicht.

  • XD ja genau, die Versicherung schickt dann einen Sterbehelfer vorbei ^^

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