Anleger sollten aber langen Atem und ein stabiles Nervenkostüm mitbringen
In Asien locken langfristig Extra-Erträge

Geduld und Nervenstärke brauchen Anleger, die ihr Geld an den Aktienmärkten der Region Asien-Pazifik investieren wollen. Zwar halten Fernost-Experten an ihren langfristig sehr optimistischen Ausblicken für die Volkswirtschaften und damit für die Aktienkurse fest. Doch für 2004 haben Asiens Börsen etwa nach Ansicht des Schweizer Investmentgurus Marc Faber „ihre Kursgipfel gesehen“.

FRANKFURT/M. Nach einem starken Kursanstieg im vergangenen Jahr spiegeln die Märkte nun drastisch die Sorgen über Folgen des hohen Ölpreises, eines Zinsanstiegs in den USA und über eine mögliche Überhitzung der chinesischen Wirtschaft wider.

Der Kursverlauf der Standardaktien an der Börse Hongkong – zum Jahresbeginn zehn Prozent plus, anschließend fast zwanzig Prozent minus, zuletzt wieder ein leichtes Plus – lässt Anleger ahnen, was ihr Nervenkostüm aushalten können muss. Auf der anderen Seite locken langfristige Chancen auf überdurchschnittliche Erträge: Experten sehen in der Region mit ihrem hohen Anteil junger Menschen an der Bevölkerung hohes Wachstumspotenzial. „Das stärkste Wachstum findet künftig in Asien statt“, meint Faber. Dieser Hoffnung wurde bereits in den letzten drei Jahren Rechnung getragen, als sich Fernost-Aktien deutlich besser als globale Werte entwickelten. Dem sollten Anleger langfristig Rechnung tragen und der Region in ihren Depots einen gewichtigen Platz einräumen, raten Anlageberater. Viele sprechen – je nach Risikoempfinden – auf lange Sicht von einem Asienanteil im Depot von bis zu einem Fünftel. Faber empfiehlt sogar, rund die Hälfte des Kapitals in Asien anzulegen. Deutsche Anleger haben in jedem Fall Nachholbedarf, wie Heiko Nitzsche vom Fondsresearchhaus S&P Investment Services feststellt: „90 Prozent eines Portfolios machen im Mittel deutsche Werte aus.“

Als Basisinvestment empfehlen die meisten Berater verschiedene Investmentfonds, mit denen Anleger bereits eine relativ breite Risikostreuung erreichen und das Portfoliomanagement in Profi-Hände legen.

Um passende Fonds zu finden, müssen Anleger zunächst exakt wissen, was sie wollen. Denn die Fondsgruppe Asien-Pazifik ohne Japan ist „ein weites Feld“ von Fonds verschiedenster Ausrichtung, sagt Nitzsche. Es gibt zunächst Fonds, die außer auf Fernost auch auf Australien setzen. Gerade ein gewichtiger Australien-Anteil hat nach Ansicht von Achim Backhaus vom Fondsratinghaus Feri Trust in den vergangenen schwierigen Börsenjahren bei den meisten Top-Fonds die Wertentwicklung stabilisiert. Die vielen starken Rohstoff-Titel am australischen Aktienmarkt hätten zum Beispiel bei den Fonds von Axa Rosenberg, Vontobel, First State und Aberdeen in den letzten drei Jahren maßgeblich zu ihrem guten Abschneiden beigetragen. Ohne den Australien-Effekt gelangte allerdings Fondsguru Mark Mobius von Templeton in die vorderen Reihen, der für seinen Asian Growth Fund in Fernost nach unterbewerteten Aktien (Value) sucht.

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