Anleger sollten auf solide Titel setzen und nicht zu viel Geld parken
Strategen empfehlen höhere Aktienquoten

Die Zinswende naht. US-Notenbankchef Alan Greenspan bereitet die größte Volkswirtschaft sowie die Märkte weltweit auf steigende Zinsen vor – und die Anlageprofis passen ihre Strategie an. Die Analysten der französischen Großbanken empfehlen jetzt solide Aktien.

PARIS. Zwar gilt der Lehrsatz: Steigende Zinsen sind Gift für Aktien- und Anleihenkurse. Bevor Anleger aus Furcht vor steigenden Zinsen aber unüberlegt in Bargeld flüchten, rät ihnen Patrick Mange, Chef-Stratege von BNP Paribas Asset Management, die Ursachen der sich abzeichnenden Zinswende zu analysieren. Seiner Ansicht nach können steigende Zinsen sogar eine gute Nachricht für die Märkte sein.

„Wenn die Zinswende kommt, bin ich davon überzeugt, dass die geldpolitischen Autoritäten den Märkten zu verstehen geben werden, dass die konjunkturelle Erholung sich in ein verfestigtes Wachstum transformieren wird“, sagt Mange. Mit anderen Worten, vor allem die US-Notenbank kann es sich bald erlauben, auf ihre Rekord-Niedrigzinsen zu verzichten, da die Wirtschaft wieder solide läuft und die geldpolitische Subventionierung nicht länger benötigt.

Seinen Optimismus in Bezug auf die Konjunktur stützt der BNP-Experte dabei auf die jüngsten US-Arbeitsmarktdaten. „21 Monate nach offiziellem Ende der Rezession setzt endlich die Erholung des Arbeitsmarktes ein“, sagt Mange. Er rechnet im Schnitt mit 150 000 neuen Jobs pro Monat in den USA – „das ist wenig in einer Erholungsphase, reicht aber zur Stützung der Binnennachfrage aus“.

Sein Rat: Aktien weiter übergewichten, Bonds leicht untergewichten und Cash neutral gewichten. Bezugspunkt dieser Empfehlung ist ein Modellportfolio aus 60 % Aktien, 30 % Bonds und 10 % Bargeld. Wermutstropfen: „Das Potenzial für Aktien ist geringer als in anderen Erholungsphasen, da die Bewertungen bereits recht reif sind“, ergänzt der Stratege.

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